| 20:24 Uhr

Kappensitzung
Von Pechvögeln und wahrer Akrobatik

Der Pechvogel (Tobias Gierend) musste zum Mikrofon greifen. Ein technisches Malheur hatte das Headset lahmgelegt. Doch davon ließ sich der Faasendbooz nicht unterkriegen und zog souverän seine Rede in der Bütt durch.
Der Pechvogel (Tobias Gierend) musste zum Mikrofon greifen. Ein technisches Malheur hatte das Headset lahmgelegt. Doch davon ließ sich der Faasendbooz nicht unterkriegen und zog souverän seine Rede in der Bütt durch. FOTO: Frank Faber
Reitscheid. Sportverein und Schützenverein hatten gemeinsam zur Kappensitzung nach Reitscheid gerufen. Das närrische Volk tobte. Von Frank Faber

Ausverkaufte Reitscheider Mehrzweckhalle bei der Kappensitzung des Sportvereins und dem Schützenverein Germania auf dem Hüttenberg. „In einer Viertelstunde waren alle Karten weg, das war für uns kein Schreck“, jubelt Moderator Jörg Janes über ein volles Haus. Die Akteure hätten deshalb viel geschafft und ein tolles Programm für das närrische Publikum zusammengerafft. Dabei wechseln sich Tänze, Vorträge, Shows und Stimmungsmusik ab. Kein Gag. Noch ehe dem Pechvogel Tobias Gierend der erste Satz seines Vortrags über die Lippen geht, legt ein technisches Malheur sein Headset lahm. „Es ist wie im richtigen Leben“, bleibt der Pechvogel völlig cool.


Hingegen rasant vereint das Funkenmariechen Emily Backes akrobatische Elemente zu einem quirligen Auftritt. „Wir haben uns das Funkenmariechen beim Karnevalverein Freisen ausgeliehen“, sagt Janes. Wenn schon, denn schon: das Funkenmariechen hat noch ihre Freundinnen gleich mitgebracht. In vollem Tempo springen und wirbeln die Tänzerinnen der Minigarde vom Nachbarverein aus Freisen über den Hallenboden. Die Stimmung steigt und zu Popmusik tanzen die Mädels aus Reitscheid und Haupersweiler. Das Männerballett hat den Trip nach Jamaika für ihre künstlerisch wertvolle Show gewählt.

Völlig aus dem Ruder läuft die Kinovorstellung des Films „Liebe lieber nicht“. Von Liebe und Zuneigung hat sich ein Ehepaar (Sarah Bier, Meike Neidhart) aus Reitscheid mittlerweile meilenweit entfernt. „Fahr doch zur Hölle“, will sie ihren Mann nicht mehr sehen. Der entgegnet enttäuscht: „Da war ich schon, aber die Schwiegereltern haben mir nicht aufgemacht“. Margot (Judith Hautz) und ihre Freundin Lisbeth (Katja Gierend) gönnen sich einen Wellnessurlaub im Hot-Whirl-Pudel. Das übergewichtige Duo will Pfunde verlieren und sieht singend ein „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“. Ein dermaßen müdes Exemplar wie der Mann vom Freisener Amt (Christian Alles) soll es aber nicht sein. Im Schlafanzug und in einem Schneckentempo geht er routiniert seinem Beamtenjob nach. Der Verwaltungsmann weiß, dass ihn bei der Arbeit niemand stört: „La le lu, nur der Mann im Mond schaut ihm zu“.



Zum Finale ruft Moderator Janes dann Akteure in die Saalmitte. Gemeinsam mit dem Publikum stimmen sie das Lied „Sierra Madre“ und starten eine Polonaise.