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Volleyball
Volleyball: Späth startet früh durch

Carolin Späth (17 Jahre) vom SSC Freisen.
Carolin Späth (17 Jahre) vom SSC Freisen.
Freisen. Der Drittligist SSC Freisen trifft an diesem Samstag auf den SV Karlsruhe-Beiertsheim. Mit dabei ist auch Carolin Späth. Die 17-Jährige spielt erst seit zweieinhalb Jahren im Verein – und hat schon den Sprung ins Drittliga-Team geschafft. Von Philipp Semmler

Carolin Späth vom SSC Freisen war eine echte Spätstarterin in Sachen Volleyball. „Ich habe erst vor fünf Jahren angefangen, überhaupt zu spielen“, berichtet die Diagonalspielerin, die Anfang August ihren 17. Geburtstag feierte. „Damals wurde bei uns an der Schule eine Volleyball-AG gegründet“, erzählt die aus Idar-Oberstein stammende SSC-Spielerin. Mit der Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums an der Heinzenwies aus Idar-Oberstein nahm sie vor drei Jahren an dem Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ teil.


Dort kam es für Späth zu einer folgenreichen Begegnung mit einem Schiedsrichter. „Der hat zu mir gesagt, dass ich für Schulvolleyball richtig gut wäre und ich es doch einmal in einem Verein versuchen sollte“, erinnert sich Späth. Das machte die Schülerin auch. Das Problem: In Idar-Oberstein gab es keinen Club mit einer weiblichen Nachwuchsabteilung. „Der nächstgelegene war Freisen, also habe ich dort angefangen“, verrät die 17-Jährige. Beim SSC spielte sie zunächst in der Saison 2016/17 in der zweiten Frauen-Mannschaft in der Landesliga. Dann ging es steil nach oben: Vergangene Saison durfte das Talent in die erste Mannschaft des damaligen Regionalligisten reinschnuppern. Zunächst kam Späth nur für ein paar Ballwechsel zum Einsatz, dann stand sie zunehmend immer länger am Netz.

Nun ist Späth richtig durchgestartet: Diese Saison zählt sie fest zum Drittliga-Kader des SSC. In den beiden ersten Saison-Begegnungen beim VfR Umkirch (0:3) und zu Hause gegen den TV Lebach (3:2) spielte Späth fast komplett durch. „Dass ich jetzt in der 3. Liga bin, damit hätte ich vor ein paar Jahren nie gerechnet“, sagt die Schülerin.



„Carolin hat eine super Entwicklung genommen“, lobt auch SSC-Trainerin Brigitte Schumacher. „Im Block ist sie schon eine Bank und sie setzt Vorgaben sehr gut um“, ergänzt die Übungsleiterin des Drittligisten. Dass Späth in ihrem jungen Alter schon auf diesem hohen Niveau spielen kann, verdankt sie auch ihren Eltern Ralph und Katja. Denn da sie mit 17 noch nicht alleine Auto fahren darf, müssen sie den Fahrdienst zum Training und zu den Spielen übernehmen. „Sie unterstützen mich wirklich sehr gut“, freut sich Späth. „Wenn ich trainiere, gehen sie meistens spazieren oder zum Einkaufen.“

Die rund 30 Kilometer von Idar-Oberstein nach Freisen muss Familie Späth auch an diesem Samstag wieder zurücklegen. Denn da empfängt der SSC um 18.30 Uhr zum Kirmesspiel den SV Karlsruhe-Beiertheim in der Freisener Bruchwaldhalle. „An der Kirmes wollen wir unbedingt gewinnen“, sagt Späth selbstbewusst. In der Partie gegen Karlsruhe könnte auf die jüngste Freisener Spielerin eine Schlüsselrolle zukommen. Denn der Gegner hat einige große Spielerinnen in seinen Reihen. Mit 1,88 Metern ist aber auch Späth sehr groß gewachsen – und so soll sie mithelfen, den Größenvorteil des Gegners zumindest ein wenig auszugleichen.

Nach der Partie gegen Karlsruhe-Beiertheim ist das Volleyball-Wochenende für Späth und ihren SSC noch längst nicht vorbei: Am Sonntag spielt der Drittligist in Wierschem um 12 Uhr im Halbfinale des Südwestpokals gegen Oberligist ASV Landau. Sollte der Club diese Partie gewinnen, dann würde der SSC noch am selben Tag im Finale auf den gastgebenden Oberligisten Wierschem oder Zweitligist VC Wiesbaden treffen. Dem Sieger des Südwestpokals winkt im DVV-Pokal ein attraktives Duell gegen einen Erstligisten.