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Vollevball
Kolb muss sich noch ein wenig quälen

Tine Kolb (Zweite von links) bejubelt mit ihren Teamkolleginnen den 3:2-Sieg gegen Karlsruhe-Beiertheim. Nach drei erfolgreichen Tiebreak-Krimis in dieser Saison hofft sie gegen Stuttgart auf den ersten klaren Heimsieg.
Tine Kolb (Zweite von links) bejubelt mit ihren Teamkolleginnen den 3:2-Sieg gegen Karlsruhe-Beiertheim. Nach drei erfolgreichen Tiebreak-Krimis in dieser Saison hofft sie gegen Stuttgart auf den ersten klaren Heimsieg. FOTO: B&K / Bonenberger/
Freisen. Die Volleyballerinnen des Drittligisten SSC Freisen empfangen diesen Samstag den TSV Stuttgart. Gegen den Mitaufsteiger hofft Tine Kolb auf einen Sieg. Für den muss sie sich noch ein wenig auf der ungeliebten Zuspieler-Position „quälen“. Von Philipp Semmler

Tine Kolb ist mit gerade einmal 26 Jahren schon eine der erfahrensten Spielerinnen bei den Volleyballerinnen des SSC Freisen – und eine der „dienstältesten“. „Ich weiß gar nicht mehr genau, wie lange ich schon dabei bin“, erklärt die Studentin lachend. „Aber ich habe noch gemeinsam mit unserer heutigen Trainerin Brigitte Schumacher beim SSC in der Verbandsliga gespielt.“


Das ist lange her – und mittlerweile spielt sie mit ihrem Heimatverein drei Klassen höher in der 3. Liga. Dort empfängt Kolb mit ihrem Team an diesem Samstag um 18.30 Uhr in der Freisener Bruchwaldhalle den TSV GA Stuttgart. Beide Mannschaften holten im bisherigen Saisonverlauf sechs Punkte. Freisen steht aber wegen des besseren Satzverhältnisses auf Rang sieben, Stuttgart ist Neunter.

Kurios: Der SSC holte alle seine Zähler zu Hause. Auswärts gab es dagegen zwei Niederlagen. „Das Publikum im Rücken pusht einen schon“, hat Kolb einen Grund für die Heimstärke ausgemacht. Die ersten drei Spiele in der Bruchwaldhalle gewann Freisen alle nach wahren Krimis mit 3:2. Dafür gibt es im Volleyball zwei Punkte. Für einen 3:0 oder 3:1-Sieg dagegen drei. „Jetzt sollen endlich auch mal die vollen drei Zähler her“, sagt Kolb vor dem Duell gegen Stuttgart selbstbewusst. Gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib wäre dies auch besonders wichtig.



Damit dieses Vorhaben gelingt, muss Kolb wieder auf einer ungewohnten Position Gas geben: Denn nachdem sich Zuspielerin Leonie Dewes einen Bänderanriss zugezogen hat, wurde die 26-Jährige von Trainerin Schumacher vor wenigen Wochen auf deren Position beordert.

„Ich bin eigentlich Diagonalspielerin. In dieser Saison habe ich dann zunächst Annahme Außen gespielt“, berichtet Kolb. „Und diese beiden Positionen mag ich auch eigentlich mehr. „Als Zuspielerin habe ich das letzte Mal auf dem Feld gestanden, als wir noch in der Oberliga waren.“

Doch für den Erfolg ist Kolb auch bereit, sich in der ungewohnten Rolle zu „quälen“. Die 26-Jährige erzählt: „Die einzelnen Techniken habe ich noch drauf, aber die genauen Abläufe kann man sich nur im Training aneignen. Die eine Spielerin will den Ball ganz nah ans Netz, die andere lieber etwas weiter weg.“

An diesen Feinheiten konnte Kolb vor ihrem ersten Einsatz als Zuspielerin im letzten Heimspiel gegen die TG Bad Soden nur wenig mit dem Team arbeiten, da die Verletzung von Dewes unerwartet kam. „Trotzdem hat es erstaunlich gut funktioniert“, freut sich die Studentin.

Wegen ihres Erziehungswissenschaft-Studiums mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und Medienpädagogik hatte sich Kolb übrigens vergangene Saison eine Auszeit vom Volleyball genommen. „Ich habe in Mainz meinen Bachelor gemacht und bin danach nach Regensburg für den Master gewechselt“, verrät die Freisenerin. Doch seit dem Frühjahr ist Kolb wieder an der Mainzer Uni eingeschrieben. Und so kann sie auch wieder für den SSC ans Netz gehen.

Nach dem Duell gegen Stuttgart hat Freisen noch zwei weitere wichtige Heimspiele in diesem Jahr: Am 17. November geht es gegen den punktgleichen SSC Bad Vilbel. Am 1. Dezember gegen Mitaufsteiger TG Mainz-Gonsenheim, der derzeit einen Zähler mehr hat.