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Volleyball
Derby und Pokalfinale für den SSC Freisen

Doreen Werth fiebert dem ersten Drittliga-Heimspiel in der Vereinsgeschichte des SSC Freisen entgegen. Zur Premiere kommt der „Lieblingsgegner“ aus Lebach in die Bruchwaldhalle.
Doreen Werth fiebert dem ersten Drittliga-Heimspiel in der Vereinsgeschichte des SSC Freisen entgegen. Zur Premiere kommt der „Lieblingsgegner“ aus Lebach in die Bruchwaldhalle. FOTO: B&K / Bonenberger/
Freisen/Lebach. Das wird ein Wahnsinns-Wochenende für die Volleyballerinnen des SSC Freisen. Erst trifft der Club am Samstag in seinem ersten Drittliga-Heimspiel im Derby auf Lebach. Einen Tag später kann der SSC erstmals den Pokal gewinnen. Von Philipp Semmler

Viel besser hätte es nicht kommen können für die Volleyballerinnen des SSC Freisen. Im ersten Heimspiel hat es der Drittliga-Aufsteiger gleich mit dem „Lieblings-Gegner“ der ganzen Liga zu tun: An diesem Samstag um 18.30 Uhr ist Erzrivale TV Lebach in der Freisener Bruchwaldhalle zu Gast. „Da wollen wir natürlich einen Sieg. Das Derby verliert niemand gern“, sagt SSC-Leistungsträgerin Doreen Werth, die der Partie bereits entgegen fiebert.


Aber ist Lebach, das schon eine Saison Erfahrung in der 3. Liga hat, gegen den Neuling nicht der klare Favorit? „Das glaube ich nicht“, sagt Werth. „Ich sehe uns auf Augenhöhe. Die größere Konzentration wird ausschlaggebend sein, wer gewinnt.“ Die Lebacher Leistungsträgerin Svenja Zapp erwartet eigentlich ebenfalls eine enge Partie. „Aus dem Bauch heraus würde ich aber tippen, dass wir 3:1 gewinnen“, sagt die 22-Jährige.

Auch für Lebach ist das Derby ein Saisonhighlight. „Wir kennen uns alle gut und wissen genau, wie der Gegner spielt. Man weiß, auf wen man achten muss, beispielsweise auf Doreen Werth“, sagt Zapp.



Werth und Zapp sind zwei Spielerinnen, die für die Philosophie ihrer Clubs stehen. Beide wurden – wie der Großteil der Teams des SSC und des TV – im eigenen Nachwuchs ausgebildet. „Ich schaue mir immer mal wieder die Aufstellungen in der 3. Liga an. Lebach und wir sind die einzigen Teams, die die meisten Spielerinnen selbst ausgebildet haben“, sagt Werth.

„Darauf sind wir schon ein wenig stolz. Es zeigt, dass man Erfolg haben kann, ohne permanent auf dem Transfermarkt tätig zu sein“, ergänzt die Freisenerin. Werth spielte bislang ihr ganzes Leben lang in Freisen und schaffte mit dem SSC den Sprung von der Oberliga in die 3. Liga.

Auch die Medizintechnik-Studentin Zapp verbachte einen Großteil ihrer Karriere in Lebach. Lediglich vor einigen Jahren wechselte sie für zwei Spielzeiten zu Zweitligist Holz. Mittlerweile geht sie aber bereits im dritten Jahr wieder für ihren Heimatverein ans Netz – und mit dem spielt sie seit 2017 in der 3. Liga.

In seiner Premieren-Saison wurde Lebach in der 3. Liga Siebter. Dieses Mal hält Zapp sogar eine noch bessere Platzierung für möglich. „Vom Teamgefüge her sind wir noch ein wenig stärker als vergangene Saison“, ist sich die 22-Jährige sicher. Das liegt auch daran, dass wieder talentierte Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs – wie die 18-jährige Mira Weber oder die zwei Jahre jüngere Mira Bohlen – den Kader verstärken.

Einen großen Unterschied gibt es, zumindest an diesem Wochenende, doch zwischen dem SSC Freisen und dem TV Lebach. Während die TV-Spielerinnen sich nach dem Derby ins Wochenende verabschieden können, müssen die SSC-Mädels am Sonntag noch einmal ran. Um 16.30 Uhr trifft der Drittliga-Aufsteiger in Rohrbach im Finale des Saarlandpokals auf Regionalliga-Aufsteiger VSG Saarlouis. „Die Terminierung ist nicht so toll. Bei uns hat es eigentlich Tradition, dass wir nach dem ersten Heimspiel einen Mannschaftsabend machen“, berichtet Werth. Trotzdem fiebert der SSC natürlich auch dem Endspiel entgegen. „Wir sind auf jeden Fall heiß drauf, den Pokal zu gewinnen.“ Denn für Freisen wäre es der erste Titelgewinn in diesem Wettbewerb.