| 20:31 Uhr

Volleyball
Das „Adlerauge“ ist wieder gefragt

Chantal Gelzleichter (Zweite von links) hatte zu Saisonbeginn mit dem SSC Freisen viel Grund zum Jubeln, jetzt ist die Mannschaft aber in der Tabelle abgerutscht. Umso wichtiger wäre ein Sieg im Aufsteigerduell gegen die TG Mainz. Foto: B&K
Chantal Gelzleichter (Zweite von links) hatte zu Saisonbeginn mit dem SSC Freisen viel Grund zum Jubeln, jetzt ist die Mannschaft aber in der Tabelle abgerutscht. Umso wichtiger wäre ein Sieg im Aufsteigerduell gegen die TG Mainz. Foto: B&K FOTO: B&K / Bonenberger/
Freisen. Die Volleyballerinnen des SSC Freisen empfangen am Samstag in der 3. Liga die TSG Mainz-Gonsenheim. Im Kellerduell will der SSC endlich wieder siegen. Dabei wird auch das „Adlerauge“ von Libera Chantal Gelzleichter gefragt sein. Von Philipp Semmler

Der Libero steht beim Volleyball etwas weniger im Fokus als die meisten anderen Spieler. Der Grund: Auf dieser Position dürfen keine Angriffsschläge ausgeführt werden und so kann der Libero auch nur ganz selten selbst Punkte erzielen. Dennoch ist der Libero wichtig – weil er gegnerische Schläge abwehrt und das eigene Angriffsspiel einleitet.


Bei Drittligist SSC Freisen gibt es seit Jahren zwei Libera, die sich den Job teilen: Nadja Schmitt und Chantal Gelzleichter. Mit dem „Job-Sharing“ haben die beiden kein Problem. „Wir sehen uns nicht als Konkurrentinnen. Zumal Nadja meine Cousine ist“, erklärt Gelzleichter.

Auch können die beiden durch die Arbeitsteilung ihre Stärken voll ausspielen. „Nadja kommt normalerweise in die Partie, wenn der Gegner Aufschlag hat, weil sie ihre Stärken in der Annahme hat. Ich gehe aufs Feld, wenn wir selbst Aufschlag haben, weil ich in der Abwehr besser bin“, verrät Gelzleichter.



Aber worauf kommt es bei der Abwehr genau an? Die 25-Jährige klärt auf: „Die Reaktion ist natürlich wichtig, aber auch das Beobachten“, erzählt die Freisenerin. „Ich muss ganz genau schauen, was der Gegner macht und wie unser Block steht, damit ich schnell genug noch an den Ball komme.“

Zum genauen Beoachten muss Gelzleichter also ein „Adlerauge“ haben. „Meistens habe ich das, manchmal aber auch nicht“, erklärt die Bankkauffrau, die bei einem St. Wendeler Kreditinstitut arbeitet, lachend.

Gelzleichters Adlerauge wird auch an diesem Samstag wieder gefragt sein. Denn dann will der SSC seine jüngste Negativ-Serie von vier Niederlagen in Serie beenden. Gegner in der Freisener Bruchwaldhalle ist um 20 Uhr die TG Mainz-Gonsenheim. „Das Spiel ist enorm wichtig für uns“, weiß Gelzleichter. Denn Freisen hat vor der Begegnung als Tabellenneunter nur einen einzigen Punkt Vorsprung vor dem kommenden Gegner, der Vorletzter ist.

„Wir sind gegen Mainz noch ein wenig motivierter als bei jedem anderen Spiel“, ergänzt Gelzleichter. Das liegt aber nicht nur an der Tabellensituation, sondern auch an der Rivalität zwischen beiden Clubs: Beide Teams lieferten sich vergangene Saison in der Regionalliga einen erbitterten Kampf um die Meisterschaft. Der wurde erst am allerletzten Spieltag zugunsten des SSC entschieden.

Während in Freisen danach über den Titel gejubelt wurde, musste sich Mainz-Gonsenheim mit der Vizemeisterschaft begnügen. Aber auch für die Rheinland-Pfälzerinnen gab es wenig später noch ein Happy-End: Über Aufstiegsspiele schaffte die TG ebenfalls den Sprung in die 3. Liga. Dort würden beide Teams auch kommende Saison gerne bleiben – und dafür brauchen sie Punkte am Samstag im direkten Aufeinandertreffen.