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| 19:13 Uhr

Unvergessliche Momente teilen

Norbert Bolle, Marliese Bolle, Sándor Pógyor, Katarina Pógyor und Tanja Faus (von links) betrachten ein Fotoalbum und tauschen Erinnerungen vom ersten Treffen aus. Die beiden Ehepaare wollen gemeinsam Goldene Hochzeit feiern.Foto: Backes
Norbert Bolle, Marliese Bolle, Sándor Pógyor, Katarina Pógyor und Tanja Faus (von links) betrachten ein Fotoalbum und tauschen Erinnerungen vom ersten Treffen aus. Die beiden Ehepaare wollen gemeinsam Goldene Hochzeit feiern.Foto: Backes FOTO: Backes
Schwarzerden. Alles begann mit einem Schüleraustausch. Die Töchter der Familien Bolle aus Schwarzerden und Pógyor aus Ungarn besuchten sich gegenseitig. Während der Kontakt der beiden Mädchen heute eingeschlafen ist, pflegen die Eltern die Freundschaft. Eva Backes

"Mittlerweile sind wir wie eine richtige kleine Familie", schwärmt Norbert Bolle von der Freundschaft , die ihn und seine Frau Marliese seit mehr als 25 Jahren mit den beiden Ungaren Sándor und Katarina Pógyor verbindet. "Wir besuchen uns jedes Jahr. Einmal fahren wir nach Ungarn und im Jahr darauf besuchen uns Sándor und Katarina hier in Schwarzerden . In diesem Jahr sind sie wieder eine Woche bei uns zu Gast und wir freuen uns sehr darüber", berichtet Norbert Bolle, während alle im Garten sitzen und ein Album mit Fotos der ersten Besuche durchblättern.

Denn begonnen hat alles 1989. "Unsere Tochter Petra hatte bei einem Schüleraustausch mitgemacht und kam als Gast hierher nach Schwarzerden ", berichtet die Ungarin Katarina Pógyor. "Einige Monate später besuchte uns dann Norbert und Marlieses Tochter Tanja im Gegenzug zuhause in Zalaegerszeg", erklärt die 68-Jährige und blickt zu Tanja Faus herüber. "Ja, ich habe mich dort gleich gut aufgehoben gefühlt", lobt die ehemalige Schülerin, die mittlerweile verheiratet ist. "Wir haben uns alle direkt sehr gut verstanden. Ich war in der achten Klasse der Realschule Kusel und beim Schüleraustausch mit dem Gymnasium der Partnerstadt Zalaegerszeg wurde darauf geachtet, dass man Schüler zusammenbringt, die auch ähnliche Interessen haben. Das war bei mir und Petra der Fall. Wir liebten beide Sport. Es war wirklich super", lobt die heute 41-Jährige.

Heute haben sich die beide ehemaligen Schülerinnen zwar ein wenig aus den Augen verloren, doch die Eltern der beiden sind immer noch unzertrennlich. "Wir rufen uns regelmäßig an und planen unsere Besuche", berichtet Marliese Bolle. Die Sprache war dabei nie ein Problem, denn Sándor und Katarina Pógyor sprechen sehr gut Deutsch. "Leider sprechen wir selbst im Gegenzug noch nicht so viel ungarisch, aber es wird von Mal zu Mal ein bisschen mehr", sagt die 65-jährige Schwarzerdenerin.

Stolz seien beide Familien auch darauf, dass sie so viele gemeinsame Interessen haben. "Wir unternehmen gerne Ausflüge und haben gleiche Hobbies", so Sándor Pogyor. Während die beiden Männer gerne Fußballspiele schauen oder sich über Politik unterhalten, tauschen die beiden Frauen Rezepte aus. "Das ungarische Essen und der Wein sind aber auch einfach wirklich lecker", schwärmt Marliese Bolle und lacht. Und auch einige unvergessliche Momente verbinden die Familien. "Ich erinnere mich noch daran, als wir zum ersten Mal nach Ungarn gefahren sind. Wir fuhren dort hin, ohne zu wissen, was uns erwartet. Eine fremde Familie, zwölf Stunden Autofahrt für 1030 Kilometer und nur eine Straßenkarte", so Norbert Bolle.

"Aber das beste Erlebnis für uns alle war wohl ein Besuch des Bundespräsidenten", berichtet der Schwarzerdener.

Die beiden Familien haben im Jahr 2014 eine gemeinsame Fahrt nach Trier unternommen. Zu dieser Zeit war zufällig Joachim Gauck vor Ort. "Wir trafen ihn vor der Porta Nigra und er kam tatsächlich auf uns zu. Als wir dann erzählten, dass Sándor und Katarina aus Ungarn sind, begrüßte er die beiden sogar auf ungarisch, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", berichtet Bolle stolz.

Als nächster Höhepunkt der ungarisch-deutschen Freundschaft steht nun ein Hochzeitstagjubiläum an. "Wir haben witzigerweise beide im Juli 1970 geheiratet", erklärt Norbert Bolle. Daher plane man, die beiden Goldene Hochzeiten zusammen zu feiern. "Wir freuen uns auf all das, was wir noch gemeinsam erleben werden und was noch kommt", schließt Norbert Bolle freudig ab.

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Hintergrund Die ungarische Stadt Zalaegerszeg, zu Deutsch auch Egersee, ist am Fluss Zala gelegen. Die Stadt hat mehr als 61 000 Einwohner und ist rund 210 Kilometer von der Hauptstadt Budapest entfernt. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Magdalenenkirche, die alte Synagoge, das Freilichtmuseum, das Museum der Ölindustrie, der Wasserpark im Stadtteil Ságod, der Deák Platz mit ehemaligem Komitatshaus oder das Gébárter Handwerkerhaus. Zalaegerszeg ist Partnerstadt von Kusel. evr