| 20:45 Uhr

Volleyball
Schwan macht den Sack zu

Jubel nach dem knappen Fünf-Satz-Sieg: (von links) Kim Schwan, Tine Kolb, Vanessa Fox, Chantal Gelzleichter, Leonie Dewes, Caroline Späth, Doreen Werth.
Jubel nach dem knappen Fünf-Satz-Sieg: (von links) Kim Schwan, Tine Kolb, Vanessa Fox, Chantal Gelzleichter, Leonie Dewes, Caroline Späth, Doreen Werth. FOTO: B&K / Bonenberger/
Freisen. Die Volleyballerinnen des SSC Freisen haben ihr Kirmesspiel in der 3. Liga Süd gewonnen. Gegen den SV Karlsruhe-Beiertheim gab es ein Wechselbad der Gefühle und am Ende einen 3:2-Erfolg. Kim Schwan verwandelte den Matchball. Von Philipp Semmler

Spannender geht es echt nicht mehr: Zwischen dem SSC Freisen und dem TV Karlsruhe-Beiertheim stand es am Samstagabend in der Freisener Bruchwaldhalle 2:2 nach Sätzen und 13:13 Punkten. Damit war sowohl der SSC wie auch der Gast nur zwei Punkte vom Spielgewinn entfernt.


Aber den schnappte sich Freisen. Zunächst landete ein Schmetterball von Karlsruhes Vanessa Petri im Aus. Freisen hatte Matchball. Und den nutzten die Gastgeberinnen eiskalt. Leonie Dewes stellte von der rechten Seite auf links, zu Kim Schwan. Die 21-Jährige stieg hoch und beförderte das Spielgerät wuchtig auf den Boden des SV-Feldes.

Danach war der Jubel riesengroß. Zum zweiten Mal in Folge hatte der SSC ein Heimspiel im Tie-Break gewonnen. Vor 14 Tagen hatte sich das Team von Trainerin Brigitte Schumacher ebenfalls im Entscheidungssatz mit 3:2 gegen den TV Lebach durchgesetzt. „Wir wollen es halt für unsere Fans nie langweilig machen“, sagte Freisens Außenspielerin Doreen Werth und lachte.



Teamkollegin Schwan gönnte sich nach ihrem verwandelten Matchball erstmal einen Schluck Bier. „Manchmal bin ich ein wenig nervös vor den Schlägen, aber dieses Mal war ich es gar nicht. Ich wollte das Ding einfach nur reinknallen“, erklärte sie erleichtert.

In die Freude über den Sieg mischte sich allerdings auch ein ganz klein wenig Ärger über eine vergebene Chance. Denn im Volleyball gibt es für einen 3:2-Sieg nur zwei Punkte. Für einen 3:0 oder 3:1-Erfolg dagegen drei Zähler. Und dieser eine Zähler mehr wäre für Aufsteiger Freisen durchaus drin gewesen. „Es tut immer gut, daheim mit unseren Fans im Rücken zu gewinnen. Aber wir hätten 3:0 gewinnen müssen, weil die beiden ersten Sätze so klar waren“, gab auch Schwan zu.

Denn die Gastgeberinnen dominierten in den beiden ersten Sätzen. Der SSC holte sich den ersten Durchgang mit 25:21. Noch besser lief es im zweiten. Da gelang dem Liganeuling nach einem 4:8-Rückstand nahezu alles. Mit 25:16 ging der Satz noch deutlicher an die Schumacher-Mädels. Auch in Satz drei führte Freisen schnell mit 5:2 – doch dann kam ein Bruch. Karlsruhe ging wenig später in Führung – und gewann den Satz mit 25:15.

„Da kam ein paar Mal bei uns die Annahme nicht und dann sind auch noch oft Bälle zwischen zwei Spielerinnen durchgefallen. Das darf in der 3. Liga einfach nicht passieren“, monierte Schwan und fügt hinzu: „Es hat ein wenig die Konzentration gefehlt. Auch bei mir selbst. Ich nehme mich da nicht aus.“

Im vierten Satz fing sich Freisen wieder, verpasste es aber, den Sack zuzumachen. Eine 19:16 und 22:20-Führung konnte nicht genutzt werden. Karlsruhe gewann den Durchgang mit 25:22 und erreichte damit den Entscheidungssatz. In dem lief es dann umgekehrt als wenige Minuten zuvor. Da führten die Gäste mit 9:7 und 12:9 – ehe Freisen das Ding nervenstark noch drehte. Dank des zweiten Sieges ist der SSC jetzt Tabellensechster.

Bereits einen Tag nach dem Krimi gegen Karlsruhe stand das Team wieder auf dem Feld. Im Südwestpokal in Wierschem gab es zunächst im Halbfinale einen 3:0-Sieg gegen Regionalliga-Absteiger, dann aber im Endspiel eine 0:3-Niederlage gegen Zweitligist VC Wiesbaden (19:25, 14:25, 20:25). „Wir haben im ersten und im zweiten Satz gut mitgehalten“, war Trainerin Schumacher nach der Niederlage gegen den Favoriten nicht unzufrieden. „Wenn wir den ersten Satz gewonnen hätten, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Das hätte zusätzliche Kräfte freigesetzt. Aber so wurden halt auch irgendwann die Beine schwer.“

Sein nächstes Spiel in der 3. Liga Süd bestreitet der SSC Freisen erst wieder am Samstag, 27. Oktober. Dann empfängt der Aufsteiger um 18.30 Uhr in der Bruchwaldhalle die TG Bad Soden.