| 20:11 Uhr

Kappensitzung
Reitscheider Fastnacht lässt Hüttenberg beben

 Abgefeiert: Die Mädchen der Reitscheider Minigarde rockten bei ihrem ersten Auftritt in der rappelvollen Mehrzweckhalle die Bühne.
Abgefeiert: Die Mädchen der Reitscheider Minigarde rockten bei ihrem ersten Auftritt in der rappelvollen Mehrzweckhalle die Bühne. FOTO: Frank Faber
Reitscheid. Das Narrenvolk aus dem Dörfchen lachte, tobte und schunkelte. Zur Kappensitzung kamen viele Besucher in die Mehrzweckhalle. Von Frank Faber

Moderator Jörg Janes flippte vor Begeisterung fast aus. „Seit langer Zeit haben wir wieder einmal eine eigene Minigarde“, kündigte er euphorisch dem Reitscheider Narrenvolk an. Fünf kleine Schmetterlinge tanzten zu Popsongs vom Band und wedelten dazu mit den Flügeln. Am Ende der Choreografie sanken die Mädels zu Boden und wurden im Sportheim stürmisch für den Auftritt gefeiert.


Im elften Jahr ihrer Kooperation hatten der Sportverein und die Schützen ein treffsicheres Programm zusammengestellt: „Karneval am Hüttenberg“, das Narrenvolk aus dem Dörfchen lachte, tobte, schunkelte und sang in der rappelvollen Mehrzweckhalle. „Für Jung und Alt haben wir was zu bieten, unsere Akteure sind kein Nieten“, suggerierte Janes das witzige Ensemble. Stimmt. Nieten oder Platzpatronen befanden sich nicht darunter- aber posende Machos – wie der Junggeselle Tobias „Don Juan“ Gierend. Junggesellen seien wie Sportwagen mit Stern, prahlte er. „Und für jede Hausarbeit, stehen viele schöne Frauen bereit“, behauptete er vollmundig.

Auch Landwirt „Jupp von der Schässbach“ (Sascha Alles) riss groß die Klappe auf, daheim steht er allerdings unter der Fuchtel seiner Elsbeth. 50 Mal, so bestätigte ihm sein Arzt, könne er beim Sex noch Gas geben. „Klasse, aber Elsbeth steht nicht auf meiner Liste“, freute er sich auf Einsätze in auswärtigen Betten. Überhaupt sei sein Heimatort Reitscheid etwas Besonders. „Das Pferd säuft, der Mensch trinkt, in Reitscheid ist das umgekehrt“, lobte der Bauernbursche die Mentalität der Dorfbevölkerung.



Schwung in den Laden brachten die Gäste aus den Nachbarorten. Die Freisener Powergirls legten als Barbie Puppen eine flotte Tanznummer, mit den Haupersweiler Tanzmäd ging es nach „Bollywood“. Zwischen den Auftritten der Rädschema-Stambesse-Tänzerinnen, dem Barden Detlef Kulla und den Disco Boys (Männerballett) wurde eine Neuerung bekannt. Im Dorf eröffnete der „Frisörsalon Bruce“. Figaro Jörg Janes quatschte der Kunden mehr den Kopf voll, als ihnen eine ordentliche Frisur zu verpassen. Kein Wunder, dass sich die Damenwelt zu Therapiestunden trifft. Vier schwierige Exemplare müssen sich mit dermaßen ausgefallenen Phobien herumschlagen, weshalb die Therapeutin nur noch zum Alkohol raten konnte. Judith Hautz und Katja Gierend berichteten vom Urlaub auf dem Campingplatz inklusive nackter Tatsachen unter FKKlern.

Völlig verwirrt tauchte der Mann vom Amt (Christian Alles) auf. „Im letzten Jahr war Schaltjahr, alles ein Tag später“, meinte er. Normal habe er immer an einem Dienstag Geburtstag, dieses Jahr sei es ein Mittwoch. „Und Aschermittwoch fällt auf einen Donnerstag“, war der Amtmann sich total sicher. In Reitscheid steppte der Bär bis zum Hellen, da brauchte sich niemand den Wecker zu stellen.

 Nur wenn seine Elsbeth nicht in der Nähe ist, hat Landwirt Jupp, alias Sascha Alles, eine große Klappe.
Nur wenn seine Elsbeth nicht in der Nähe ist, hat Landwirt Jupp, alias Sascha Alles, eine große Klappe. FOTO: Frank Faber