| 21:00 Uhr

Gestrampelt
Radler treten für kranke Kinder in Pedale

Zusammen haben die Mountainbiker in zwölf Stunden eine Gesamtstrecke von 3950 Kilometern zurückgelegt.
Zusammen haben die Mountainbiker in zwölf Stunden eine Gesamtstrecke von 3950 Kilometern zurückgelegt. FOTO: Frank Faber
Bosen. Zwölf Stunden auf dem Rad für den guten Zweck. Die Freisener Mountainbiker haben für krebskranke Kinder tüchtig Kilometer gemacht. Von Frank Faber

Im Fahrradsattel hatten sie die Nacht hindurch den Bostalsee umquert. Mit schweren Beinen, einem steifen Rücken und einem Bobbes, der bei jeder Bodenwelle aufmuckte, stellten die Mountainbiker der Grünen Hölle Freisen nach zwölf Stunden ihre Räder ab. Geschafft. Von 20 bis 8 Uhr waren die Höllenhunde auf 565 Runden rund um den See für den guten Zweck unterwegs. „Vor einem Jahr war das nur mal so eine spontane Idee, durch die Nacht zu fahren“, erklärt Karsten Marx. Nun hatten er, Thorsten Schneider und Andreas Reisdorf den nächtlichen Radmarathon zu einem sozialen Projekt ausgebaut. „Wir haben uns überlegt, daraus etwas Sinnvolles für unseren Verein und andere zu machen“, sagt Marx.


Da der Verein sich in der Nachwuchsarbeit engagiert, wurde eine vereinsinterne Aktion gestartet, die Kindern zugute kommt, denen es nicht so gut geht. „Das soziale Engagement ist uns wichtig“, betont Marx. So haben sie sich noch einen Sponsor gesucht, der jede absolvierte Bostalseerunde mit 15 Cent belohnt hat. Das eingefahrene Geld ist für die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland bestimmt.

Ob mit dem Mountainbike, dem Klapp- oder Kinderrad, insgesamt 39 Vereinsmitglieder sind um den See gestrampelt. „Klasse, dass so viele dabei waren“, freut sich Marx, der schon in seiner siebten Runde einen Plattfuß flicken musste. Andreas Fox hatte mit dem Klapprad schon mehrere nächtliche Schleifen gedreht, da lag Alexander Decker noch in Wolfersweiler auf der Couch. Mitten in der Nacht gegen 3 Uhr machte sich Decker mit dem Auto zum Bostalsee auf und schloss sich dem Vereinskameraden Fox an. „Andere haben sich zwischendrin mal ins Auto gelegt und kurz geschlafen, ehe sie dann wieder weitergefahren sind“, berichtet Marx.

In den Morgenstunden gingen auch die jüngsten Mountainbiker auf die sieben Kilometer lange Strecke um den im Nebel liegenden See. „Es war einfach klasse. Einige haben ein paar Runden gefahren und sind noch zur Arbeit, andere sind direkt von der Arbeit noch auf das Rad gestiegen“, berichtet Marx. Punkt 8 Uhr am Morgen stiegen die Wohltätigkeitsfahrer vom Rad. Jeder einzelne Runde wurde gezählt, und es hatte sich gelohnt. Insgesamt 3950 Kilometer (565 Runden) legten die 39 Biker während der zwölf Stunden zurück. Bei Andreas Fox standen am Ende 275 Kilometer auf dem Tacho.

„Ich möchte mich dafür bei allen recht herzlich bedanken“, sagt Astrid Neustraß, Spendenbeauftragte der Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland. Neben dem Rundensponsor konnte noch ein weiterer gewonnen werden, und aus der Vereinskasse der Grünen Hölle Biker wird die Spendensumme zusätzlich aufgerundet. Zum Abschluss stellte eine Großbäckerei für die abgekämpften Biker als Stärkung ein kostenloses Frühstück am See bereit. „Es war eine tolle Sache, die Stimmung war sehr gut und der soziale Aspekt hat dabei im Vordergrund gestanden“, fasst Marx die gelungene Aktion zusammen. Anschließend sind die Höllenhunde zufrieden in die Betten gefallen.



Andreas Fox (vorne) ist 275 Kilometer mit dem Klapprad gefahren, dahinter rollt Alexander Decker.
Andreas Fox (vorne) ist 275 Kilometer mit dem Klapprad gefahren, dahinter rollt Alexander Decker. FOTO: Frank Faber