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Auch das noch
St. Wendeler muss die Macht an Baumholder Prinzenpaar abgeben

  Hauptmann Frank Zimmer begrüßt die närrische Delegation im Lager Aulenbac.
 Hauptmann Frank Zimmer begrüßt die närrische Delegation im Lager Aulenbac. FOTO: Yannik Simon
Baumholder. So etwas hat es in 69 Jahren Baumholderer Karnevalsgesellschaft noch nicht gegeben. Und auch nicht in 68 Jahren US-Armee im Westrich. So sehr der Besuch der Baumholderer Karnevalsgesellschaft (BKG) beim amerikanischen Militär auch Tradition hat, so sehr wich die Zeremonie an diesem Dicken Donnerstag doch von der in den Vorjahren ab. Von red

Als Prinzessin Melissa I. und Prinz Patrick I. in der US-Gemeinde vorfuhren, kamen sie sich fast vor wie Staatsgäste. „Zunächst eskortierte die Militärpolizei die närrische Truppe. Oberstleutnant Barry Carter hatte dann sein ganzes Bataillon antreten gelassen. Etwa 500 Uniformierte standen stramm für die Tollitäten samt Gefolge“, berichtet ein Sprecher der BKG.


Und dann übernahmen sie die Macht übers Militär. Den Soldaten dürfte das gefallen haben. Denn Prinz Patrick verkündete: „Wir wissen, Ihr habt um 15 Uhr Feierabend. Aber wir wollen den Vorteil unserer neuen Position nutzen und verlängern Eure Freizeit bis morgen, 9 Uhr, damit Ihr Fastnacht feiern könnt.“ Das heißt im Klartext: Der Frühsport am Freitag ging nicht ganz so früh über die Bühne.

Stattdessen ging die Zeremonie auf dem Standort weiter. Das Prinzenpaar überreichte dem Bataillonskommandeur und seinem Command Sergeant Major (ranghöchsten Unteroffizier) Daniel Hillburn, sowie dem stellvertretenden Garnisonsmanager Nick Sifer und dem Leiter der S3/5/7-Abteilung Bruce Likens Urkunden und Orden.



Weniger überraschend, dafür traditionell lustig ging es laut der Karnevalsgesellschaft im Lager Aulenbach weiter. Jetzt war die Bundeswehr an der Reihe. Als Repräsentant der Truppenübungsplatzkommandantur musste Hauptmann Frank Zimmer herhalten. Der Hauptmann ergab sich, konnte sich aber nicht verkneifen, statt dem dreifachen Baumholder Helau ein dreifaches Alleh Hopp zu rufen; schließlich wohne er in St. Wendel.