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Playmoland
Detailreiche Szenarien aus Spielfiguren

Fast schon eine Art von Endzeitstimmung kam im wirklich finsteren „Land der Finsternis“ von Bodo Hoffmann auf.
Fast schon eine Art von Endzeitstimmung kam im wirklich finsteren „Land der Finsternis“ von Bodo Hoffmann auf. FOTO: Jennifer Sick
Oberkirchen. Viele bunte Welten aus Playmobil gab es in Oberkirchen zu bewundern. Hier stellten Händler und Bastler ihre kleinen Meisterwerke aus. Von Jennifer Sick

Ein Bison, ein Krokodil und ein Nilpferd trinken in gemütlicher Runde Bier zusammen. Nebenan feiert Affenkönig Louie im Hindutempel eine wilde Party. Und nur wenige Schritte weiter tragen sieben todtraurige Zwerge Schneewittchen im Glassarg durch den Wald. All das und noch vieles mehr konnten Besucher der Festhalle Oberkirchen bestaunen, denn der Modellbauclub Freisen hatte zur – nach eigenen Angaben – „größten saarländischen Playmobilausstellung der Welt“ geladen. Zwei Tage lang konnte man auf der Playmoland Saar zwölf Dioramen bewundern, die sowohl kleine als auch große Gäste vor allem durch ihren Detailreichtum zum Staunen brachten. Außerdem ermöglichten mehrere Verkäufer, Playmobilartikel auch vor Ort zu erwerben.


Beim Betreten der Festhalle lockten zunächst  realistische Welten die Besucher an die Tische der Aussteller. Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk waren zum Beispiel in Form hunderter Playmobilmännchen und auch diverser Fahrzeuge an mehreren Tischen im Einsatz. Besondere Aufmerksamkeit zog das Modell der Familie Hengel auf sich, das ein Abbild des Nationalmuseums für Naturgeschichte in Luxemburg war. Auf drei Ebenen und über verschiedene Räume verteilt, sahen die Besucher Dinosaurier und Höhlenmenschen, Ritter und Römer, Indianer und auch unterschiedlichste Tierarten – alles im Kleinformat. Sogar die Lager und Präparationsräume des Museums gehörten mit zu dem aufwendigen Diorama.

Nicht weniger detailreich, aber nicht an realen Welten orientiert, waren die zahlreichen fantastischen Modelle, die die Aussteller für die Playmoland aufgebaut hatten. Eines davon war die Kristallwelt von Ute Espendiller. Ein Kristallturm mit glitzernden Prinzessinnen sowie eine Schneelandschaft mit funkelnden Einhörnern, violetten Füchsen und freundlichen Schneemonstern – an Espendillers Tisch gab es Mädchenträume zu sehen. Doch nicht nur die weiblichen Besucher waren von ihrem Diorama begeistert. „Eben war ein älterer Herr hier, dem es auch sehr gut gefallen hat“, verriet der Playmobilfan.
Eines der größten Dioramen hatte Stefan Sternkiker mitgebracht. Auf
seinem Tisch war  das Dschungelbuch aufgebaut. Ein riesiger Hindutempel und ein Urwald voller Elefanten gehörten ebenso dazu wie das in Buch und Film thematisierte Menschendorf und die bekanntesten Figuren. Voller Begeisterung machten sich kleine und große Gäste  auf die Suche nach Mogli, Balu, Baghira und Shir Khan.



Dass so viel Entdeckbares auch jede Menge Arbeit bedeutet, liegt auf der Hand. „Gute sechs Monate hat die Idee zum Dschungelbuch in meinem Kopf gereift“, verriet Sternkiker aus seinem Schaffensprozess. „Und dann nochmal einen guten Monat um alles aufzubauen.“ Bei Ausstellungen wie der Playmoland unterstützt ihn seine ganze Familie, denn das große Modell braucht vor Ort nochmals gute 15 Stunden, bis es steht. „Und bei jedem Aufbau ist es immer wieder etwas anders“, so der Playmobilfan.

Ähnlich ging es auch den anderen Ausstellern, die alle so liebevoll gestaltetet Welten erschaffen hatten, dass man bei jedem Modell trotz längerer Betrachtungszeit immer noch etwas Neues entdecken konnte. Thomas Wüschner gehört zum Orgateam der Playmoland und hatte sein eigenes Werk mit dem Titel „Modellbau trifft Playmobil“ dabei. „Der Unterbau meines Dioramas stammt von einer Modelleisenbahn“, erzählte Wüschner. Er hatte mit Rittern, Märchenfiguren und Mittelalterelementen von Playmobil eine fantastische Welt erschaffen, die Rapunzel, Schneewittchen, Drachen und noch viele andere beherbergte.

Die Playmoland Saar war die erste Ausstellung ihrer Art im Saarland. Und der Probelauf war für den Modellbauclub mehr als zufriedenstellend, so Thomas Wüschner. 2300 Besucher kamen an zwei Tagen, um die Dioramen zu bewundern. Insgesamt elf Aussteller und fünf Verkäufer waren aus Deutschland, Belgien und Luxemburg zu der Veranstaltung angereist um die Festhalle mit Leben zu füllen und sowohl Besucher als auch Aussteller zeigten sich sehr zufrieden.

Vor allem für die weiblichen Playmobil-Fans war die „Kristallwelt“ von Ute Espendiller ein echter Hingucker.
Vor allem für die weiblichen Playmobil-Fans war die „Kristallwelt“ von Ute Espendiller ein echter Hingucker. FOTO: Jennifer Sick