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Volleyball/Kegeln
Mutter und Tochter träumen vom Sieg

Vera Schwan muss mit den Oberthaler Bundesliga-Keglerinnen am Samstag und Sonntag ran.
Vera Schwan muss mit den Oberthaler Bundesliga-Keglerinnen am Samstag und Sonntag ran. FOTO: atb-thiry / atb-thiry/Fotograf-Bonenberger
Freisen. Vera Schwan will mit den Kegelfreunden Oberthal ihre fünfte Deutsche Meisterschaft in Folge erringen, ihre Tochter Kim-Marie mit den Volleyballerinnen des SSC Freisen in die 3. Liga aufsteigen. Von Frank Faber

Leistungssport ist Familiensache: Mama Vera Schwan gibt sich an diesem Wochenende die Kugel. Die Freisenerin absolviert mit den Bundesliga-Keglerinnen der KF Oberthal einen stressigen Doppelspieltag in der Meisterschaftsendrunde (Samstag ab 12 Uhr auf der Anlage des KSC Dilsburg, Sonntag ab 10 Uhr in Oberthal). Tochter Kim-Marie baggert, blockt und schmettert an diesem Samstag ab 18.30 Uhr in der Freisener Bruchwaldhalle beim Aufeinandertreffen mit Eintracht Frankfurt.


Die 21-jährige Volleyballerin steht mit dem SSC Freisen an der Tabellenspitze der Regionalliga. Vier Spieltage vor Schluss hat Freisen fünf Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz und der Aufstieg in die 3. Liga rückt immer näher. „Nach der Herbstmeisterschaft haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht. Wir werden alles für das Erreichen der Meisterschaft geben und hoffen, dass es klappt“, sagt die Außen-Angreiferin.

Mutter Vera (52) greift in ihrer letzten Saison mit den KF Oberthal nach dem fünften Meistertitel in Serie. Mit sechs Punkten liegen die Oberthalerinnen nach einem Wettkampftag mit Lünen und Remscheid an der Spitze der Play-Off-Tabelle. „Mit Oberthal bist du immer der Favorit. Der Druck ist schon enorm, besonders auf der Heimbahn die volle Punktzahl zu holen“, erklärt Vera Schwan. Doch zunächst muss an diesem Samstag in Landsweiler auf der Kegelbahn des KSC Dilsburg (Platz vier mit zwei Punkten) ein gutes Holzergebnis rausspringen. „Die Bahn ist schwierig und von daher ist es dort ganz schwer den Endrunden-Wettkampf zu gewinnen“, weiß die routinierte Sportlerin.

Doch ehe sie sich auf die Fahrt zum Auswärtsspiel begibt, steht im Hause Schwan noch ein erfolgversprechendes Ritual an. Beim Kaffeetrinken werden sich Mutter und Tochter gegenseitig Mut machen und sich hochpushen. „Ich bin richtig stolz, dass die Mama so eine erfolgreiche Sportlerin ist“, sagt Kim-Marie und wünscht ihr „Gut Holz“. Sobald Vera Schwan die Wurfserie beendet hat, wird sie sofort der Tochter via Smartphone das Ergebnis schreiben. „Ich hoffe, dass die Mädels locker ans Netz gehen“, sagt Vera Schwan, die ansonsten kein Heimspiel ihrer Tochter verpasst. Mittlerweile hat sich die attraktive Spielweise des Regionalliga-Tabellenführers rumgesprochen und in der Bruchwaldhalle hat der SSC noch kein einziges Spiel verloren. „Viele Zuschauer stehen hinter uns und werden uns motivieren“, brennt Kim-Marie Schwan dem ersten Aufschlag entgegen. Aber bei aller Euphorie und guter Stimmung, so meint sie, müsse das Team es schaffen, gegen die Frank
furterinnen die Konzentration hochzuhalten.

So wie Vera Schwan beim Play-Off-Auftakt in Lünen. Als Schlusskeglerin warf sie 818 Holz und dadurch hat sich das Team noch vom letzten auf den zweiten Platz verbessern können. „Mit der Nervosität ist das nicht mehr so wie vor 20 Jahren“, sagt sie. Nach dem Motto „Nur meine Bahn und ich“, wird Vera Schwan versuchen, sich in einen Tunnel zu denken. Wenn die Mama am Sonntag in Oberthal die Kegel abräumt, büffelt die Tochter daheim für eine Klausur. Am Abend wollen beide dann einander von positiven Resultaten berichten.



Kim-Marie Schwan (rot in der Mitte) baggert, blockt und schmettert für den SSC Freisen.  Foto: B & K
Kim-Marie Schwan (rot in der Mitte) baggert, blockt und schmettert für den SSC Freisen. Foto: B & K FOTO: B & K / Franz Rudolf Klos