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Fastnacht
Karnevalsprüferin hat nichts zu meckern

Auf der Kappensitzung der IG Pro Fastnacht ging es sportlich zu: Yoga-Übungen standen auf dem Programm.
Auf der Kappensitzung der IG Pro Fastnacht ging es sportlich zu: Yoga-Übungen standen auf dem Programm. FOTO: Frank Faber
Haupersweiler. Eine selbsternannte Fastnacht-Expertin begutachtete die Kappensitzung in der Haupersweiler Narhalla. Das Ergebnis: Sehr gut.

Wird im voll besetzten Vereinshaus Haupersweiler genügend gelacht? Bei der Kappensitzung der IG Pro Fastnacht hat sich eine Karnevalsprüferin (Sonja Stutz) höchstpersönlich von der guten Stimmung im Saal überzeugen können. Die Akteure stehen für einen Topjob bereit. Auch an Türsteher und Kassierer Thomas Meier kommt niemand vorbei. Das vorbildliche Vereinsmitglied lässt sich sogar von der 92-jährigen Anna 
(Jannick Wilhelm) ihre Essen-auf-Räder-Bescheinigung zeigen, ehe er der Seniorin mit Rollator Einlass gewährt. Aus dem Lautsprecher tönt das Lied: „Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus“. Integrationshelfer Andreas Reisdorf begrüßt die Rückkehrer Michaela Rosenbaum und Karsten Rein. „Unser Dorf soll schöner werden“, begründet Rein das Heimat-Comeback. Er und Rosenbaum lästern zunächst über die schleppende Ortsentwicklung, stellen aber fest: „Vieles war übertrieb, aber wir haben Haupersweiler lieb.“


Allerdings nichts wie weg will Teenie Hanna Braun, um eine Karriere als Youtuberin zu starten und dabei Kasse machen. Ihrem Papa (Arno Braun) geht das ab. Er will seinen Job schmeißen und den Hausmeisterposten bei der Tochter übernehmen. Vier alte Mädels schämen sich wegen der Verdickung des Fettgewebes ihrer Oberschenkel. Der Schuldige dafür ist schnell gefunden. „Warum ist Gott so gemein, schuf uns mit Dellen an Popo und Bein“, klagen sie singend. Köstlich hat das gewichtige Quartett dem Hit „Felicita“ (Al Bano und Romina Power) den Refrain „Ein Blick in den Spiegel tut weh, Zellulite“ verpasst. Während einer pantomimischen Aufführung eines Kinobesuchs kommt zwischen den sechs Filmfans gar zu Handgreiflichkeiten. Dagegen entspannt kommen Miriam Gemmel und Daniela Daubenfeld rüber. Die beiden geschwätzigen Sportskanonen präsentieren die Yoga-Übung „Der herabstürzende Hund“ und sorgen damit beim Publikum für eine Schnappatmung. Zu den Hits aus den 1990er-Jahren tanzt eine Mädelsgruppe. „Früher war eh alles besser“, packt Stefan Maldener einige Kindheitserinnerungen aus. Heutzutage mache die Erziehung der Helikopter-Eltern die Kinder zu Weicheiern.

Schönheitsreparaturen gibt es nun im Schnellverfahren in Haupersweiler. Dort hat ein Drive-In für Facelifting eröffnet. Die Urlaubsprobleme von Jörg Janis und Tobi Simon will niemand haben und ohne Stress setzten die Camper (Arno Braun, Frank Heinrich) dem Dorfgeschehen den Spiegel vor. Weder Tod noch Teufel fürchten die Top-Gun-Piloten. In Raumfahranzügen taucht das Männerballett auf. Das Narrenvolk im Saal grölt vor Begeisterung und für die Karnevalsprüferin gibt an der Show nix zu mäkeln.