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Fastnacht
Kappensitzung brandneu gedacht

America first: US-Präsident Donald Trump (Peter Schneider) besteigt den Thron von Kaiser Franz-Joseph (Marcel Scheer).
America first: US-Präsident Donald Trump (Peter Schneider) besteigt den Thron von Kaiser Franz-Joseph (Marcel Scheer). FOTO: Fran Faber / Frank Faber
Oberkirchen. Die Akteure der Oberkirchener Karnevalsgesellschaft (OKG) „Alee Hopp“ haben sich für diese Kampagne vieles neu einfallen lassen.

Es gibt viel Neues im Dorf. Alles Amüsante aus dem Ortsgeschehen, garniert mit fetzigen Showtänzen haben die Akteure der Oberkirchener Karnevalsgesellschaft (OKG) „Alee Hopp“ bei ihrer ersten Kappensitzung in der voll besetzten Festhalle präsentiert – aber, aber. Die Elferratspräsidenten Peter Hippchen und Melanie Schmidt unterhalten sich lautstark über die überteuerten Butterpreise im (un)beliebten Nachbarort Freisen. Dann wird es Schmidt zu bunt und er brüllt: „Dann geht doch zu Netto“. Der Lebensmitteldiscounter hat in Oberkirchen bereits einen Markt eröffnet; im wahren Leben steht das noch bevor. Lockangebot ist der Schwangerschaftstest für 9,99 Euro, die Potenzpillen kommen  auf 6,66 Euro. Dabei trifft das neugierige Schnäppchenvolk ein arbeitsscheues Personal an. Ob die geschwätzige Wurst-Verkäuferin Gudrun (Natalie Lorenz) hier noch länger arbeitet? Sie lacht sich den Junggesellen (Moritz Hippchen) an, dessen Verabredung wegen des mangelhaften Services im Discountladen geplatzt ist. Weil Netto stabile Preise hat, wird in Oberkirchen der erste interaktive und stromsparende Geldautomat aufgestellt. In der Kiste hockt Wächter Josy (Josy Schaadt), der manuell die Kundschaft auszahlen soll. Sascha Krammel (Philipp Altenhofer) kommt beim Testlauf der Verzweiflung nahe. Sensationell.



Der österreichische Kaiser Franz-Joseph I. (Marcel Scheer) und Kaiserin Sisi (Natalie Alles) geben eine wichtige Info bei den Piefken in Oberkirchen. „Ich will ein neues Domizil, ein zweites Schloss Neuschwanstein auf dem Weiselberg bauen“, verkündet der k.u.k-Monarch dem Fußvolk in der Festhalle. Das hat sich in der Szene des verarmten europäischen Hochadels schnell rumgesprochen. Prinz Philipp (Torsten Alles), Gemahl der britischen Queen, hat wegen des Brexits auf der Insel die Biege gemacht. „Ich bin das Furunkel am Arsch der britischen Monarchie“, meint er. Prinz Philipp braucht Kohle, blitzt aber beim Kaiserpaar ab. Zoff gibt es mit der Erzherzogin Sophie (Tina Weisgerber), die seinerzeit ihren Sohn Kaiser Franz-Joseph mit seiner Cousine verkuppelt hat. „Bringt sie auf ihr Zimmer, ehe sie hyperventiliert“, ordnet Franz-Joseph an. Denn der Kaiser hat dafür einen triftigen Grund. US-Präsident Donald Trump (Peter Schneider) hat sich angemeldet. Der benimmt sich korrekt wie gehabt, will enge diplomatische Beziehungen, dabei Sisi unter den Rock fassen und ihr den Trump- Tower zeigen. Trump fliegt raus und soll weiterhin andere Staaten beleidigen. Ganz klar taucht er auch in dem weltpolitischen Sangesprotokoll der „Owwerkäjer Buwe“ auf. „Sofia“, den Hit von Alvaro Soler, haben sie in „Ein Hoch auf die Fasenacht“ umgetextet. Auch an der Wassertretanlage im Dorf wird Politik gemacht. Peter (Peter Schneider) hat sich auf die Jamaika-Koalition gefreut und deswegen jede Menge Palmen angeschafft. „Was machst du jetzt damit“, fragt Alois (Alois Maus). Die Pflanzenkübel, so Peter, könne er noch gut gebrauchen. „Nach vier Jahren GroKo habe ich das große Kotzen“, erklärt er.

„Es Hilde“ (Sonja Stutz) und „de Hausmeister“ (Patric Spies) können ebenfalls von vielen interessanten Themen berichten. Tänzerisch präsentiert das OKG-Ballett Songs aus früheren Kinokassenschlagern wie Grease, Ghostbusters oder Footloose. „Flieger, grüß mir die Sonne“, warum nicht, wenn man während der Flugreise von so adretten Stewardessen (Männerballett) begleitet wird. Mit dem Dauerlutscher tanzt das Gemischte Ballett zuckersüß durch das „Candyland“. Beim Auftritt der Prinzengarde ertönt ein Deutsch-Rock-Medley, Melodien von David Guetta bestimmt die Tanzchoreografie der Juniorengarde. Der Schlussakkord wird wieder von den Stimmungsmachern „Owwerkäjer Buwe“ gesetzt.