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Ausstellung
Handarbeiten für den guten Zweck

Hermine Scheer, Gisela Rein, Elisabeth Martin und Ursula Gottfreund (v. links) sind mit dem Fertigen der Frühjahrskollektion beschäftigt.  Foto: Frank Faber
Hermine Scheer, Gisela Rein, Elisabeth Martin und Ursula Gottfreund (v. links) sind mit dem Fertigen der Frühjahrskollektion beschäftigt. Foto: Frank Faber FOTO: Frank Faber
Haupersweiler. Eine Herzensangelegenheit ist es für Ursula Gottfreund aus Oberkirchen, kranken Kindern zu helfen. Von Frank Faber

Sie sind kreativ, und ihre Handarbeit ist ausschließlich für den guten Zweck bestimmt. Jeden Donnerstag stricken, häkeln und basteln vier Seniorinnen im Haupersweiler Vereinshaus. „Mit unseren fleißigen Händen wollen wir noch viel Gutes tun“, sagt Ursula Gottfreund aus Oberkirchen. Die 73-jährige ist die Initiatorin der Handarbeitsgruppe und wird von Mitgliederinnen des Haupersweiler Kapellenvereins unterstützt. „Wir helfen uns gegenseitig“, erklärt Gisela Rein (69), die Häkelexpertin des Quartetts.


Die Stricknadeln klappern, die Seniorinnen sind mit dem Fertigen der Frühlingskollektion beschäftigt. „Drei, vier Stunden machen wir unsere Arbeit und können uns dabei über Gott und die Welt unterhalten“, freut sich die 71-jährige Hermine Scheer, die Styropor-Ostereier verkleidet. Als vierte Handarbeitsdame ist noch Elisabeth Martin (80) mit von der Partie. Als Ursula Gottfreund vor 15 Jahren ihren Ruhestand angetreten hat, kommt ihr in den Sinn gekommen, dass sie mit der neu gewonnenen Freizeit etwas Sinnvolles anfangen will. „Die Verwandtschaft war mit allem versorgt und ich wollte nicht nur am Fernseher sitzen“, begründet die ehemalige Mitarbeiterin der Kreissparkasse St. Wendel. Damals entschließt sie sich Handarbeitssachen zu fertigen, um Geld für gemeinnützige Zwecke zu erwirtschaften. In Zweigstellen der Sparkasse und bei Hobbyausstellungen im Landkreis hatte sie schon ihren Stand aufgebaut, im Foyer des Oberkircher Weiselbergbades und in den Krankenhäusern von Kusel und Idar-Oberstein sitzt sie hinter dem Tapeziertisch. 13 Jahre bereits ist die Seniorin nun schon im Außendienst tätig.

Zunächst hat sie mit dem Verkauf ihrer Artikel Spenden für Mukoviszidose Regionalgruppe im Saarland gesammelt, seit fünf Jahren engagiert sie sich den Kinderhospizdienst Saar. 2017 ist ein Spendenbetrag in Höhe von 3154,44 Euro zusammengekommen. „Es sind hauptsächlich Strümpfe, die gekauft werden. Ich stricke auch Strümpfe auf Bestellung und das gesamte Geld fließt in eine Kasse“, sagt sie. Auch das Geld für die Materialbeschaffung treibt Ursula Gottfreund selbst auf. Auf Trödel- und Flohmärkten bringt sie dafür alte Haushaltsgegenstände, Küchengeschirr und allerlei Nippes an den Kunden.

Über den Winter waren die Seniorinnen überaus fleißig. An diesem Sonntag, 11. März, von 11 bis 17 Uhr ist Ursula Gottfreund mit einem Stand bei der Osterausstellung der St. Wendeler Stiftung Hospital im Mariensaal vertreten. „Ich denke, wir haben uns gut auf die Ausstellung vorbereitet“, meint Hermine Scheer, die einige Osterdekorationen für die Ausstellung gefertigt hat. Das Quartett würde sich freuen, wenn noch weitere Frauen donnerstags zur Handarbeitsstunde ins Haupersweiler Vereinshaus kommen würden.

Für  Sonntag, 11. März, organisiert die Hauswirtschaftsleitung der St. Wendeler Stiftung Hospital, In der Reichwies 8, von 11 bis 17 Uhr die Osterausstellung im Mariensaal. Dazu bieten Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen alles auf, was sie in den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Altenpflege im Laufe des Jahres erarbeiten. Höhepunkt der Ausstellung sollen die Arbeiten der Bewohner  aus den einzelnen Wohnbereichen darstellen.



Daneben sind die verschiedensten Osterbasteleien aus Holz zu besichtigen, die von der Werkgruppe hergestellt wurden. Wie schon seit vielen Jahren, stellt die St. Wendeler Malgruppe (Dagmar Schreiner, Mechthild Herz, Ilse Hein) aktuelle Werke aus. Österlicher Blumenschmuck, Gebinde und Dekorationen werden die Ausstellung ergänzen. Abgerundet wird das Angebot durch Dekorationen aus Naturmaterialien und Handarbeiten von Mitarbeitern der Jugendhilfe. Die Stiftung Hospital will mit dieser Veranstaltung deutlich machen, dass Bewohner und Mitarbeiter vieles gemeinsam bis ins hohe Alter schaffen können, Freude haben und feiern können.