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Gemeinde Freisen will ganz ohne CO2 auskommen

Freisen. "Wir wollen es schaffen, dass die Gemeinde möglichst ohne CO2-Emissionen auskommt." So formuliert Christine Huwer von der Arbeitsgruppe "Unsere Gemeinde morgen" im Netzwerk Freisen ihr langfristiges Ziel Von SZ-Redakteurin Melanie Mai

Freisen. "Wir wollen es schaffen, dass die Gemeinde möglichst ohne CO2-Emissionen auskommt." So formuliert Christine Huwer von der Arbeitsgruppe "Unsere Gemeinde morgen" im Netzwerk Freisen ihr langfristiges Ziel. Kurzfristig möchten sie und ihre Mitstreiter eine Energie-Messe auf die Beine stellen, mittelfristig sollen Möglichkeiten geschaffen werden, damit die Bürger möglichst viele erneuerbare Energien nutzen können. Für all' dies war zunächst einmal ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates notwendig. In der Sitzung am Donnerstagabend sprachen sich alle Fraktionen für erneuerbare Energien aus. Und auch grundsätzlich dafür, gemeindeeigene Dächer für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung zu stellen. Schließlich sei die Gemeinde Freisen, so sagt Bürgermeister Wolfgang Alles, bereits in Sachen Windkraft "ein Vorreiter im Saarland". Jetzt gelte es, die Gemeinde im Hinblick auf Wohnqualität und Umweltfreundlichkeit weiter zu entwickelt. Er plädierte dafür, der Arbeitsgruppe das Signal zu geben: Ihr könnt auf diesem Weg weitermachen. Auch der CDU-Fraktionssprecher Joachim Bonenberger begrüßt die Initiative der Arbeitsgruppe: "Die Gemeinde sollte weiter die Vorreiterrolle übernehmen, was die Nutzung von erneuerbaren Energien angeht." "Angetan von dieser Sache" ist auch Dieter Neurohr von der SPD. Er möchte allerdings, dass jede einzelne Maßnahme geprüft werde. Neurohr: "Man muss erst prüfen, ob die Gebäude für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen geeignet sind.""Das Rathaus-Dach ist besonders gut geeignet", erzählt Erwin Raddatz von der Arbeitsgruppe. "Das soll auch unser Prestige-Objekt werden", fügt Huwer hinzu. 150 000 Euro würde eine 30-Kilowatt-Anlage, mit der etwa sieben Drei-Personen-Haushalte versorgt werden könnten, kosten. Fachleute vom Umwelt-Campus in Neubrücke haben bereits die Dächer begutachtet und bewertet. Auch Hallen oder Schulgebäude kommen in Frage. Zunächst einmal muss jetzt eine Genossenschaft gegründet werden. Gründungsversammlung soll im Juli sein, am 1. Juli ist für 17 Uhr ein Info-Abend in der Bruchwaldhalle geplant. Und noch einen Termin nennt Wolfgang Klein von der Arbeitsgruppe: "Für 20. und 21. Juni organisieren wir eine Energie-Messe in der Bruchwaldhalle." 18 Aussteller haben sich angemeldet, die Kapazität ist damit ausgelastet. Es handelt sich um Handwerksbetriebe aus der Region und um Institutionen wie Verbraucherzentrale, Handwerkskammer, Windpark Saar oder Energis.