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Schwarmfinanzierung
Freisener Ersthelfer rufen zur Spende auf

Notfallrucksäcke konnte die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Freisen mithilfe eines Fördervereins anschaffen. Schutzanzüge im Wert von 5000 Euro sollen über eine Crowdfunding-Plattform finanziert werden.
Notfallrucksäcke konnte die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Freisen mithilfe eines Fördervereins anschaffen. Schutzanzüge im Wert von 5000 Euro sollen über eine Crowdfunding-Plattform finanziert werden. FOTO: Franz Rudolf Klos
Freisen. Die First Responder der Feuerwehr Freisen sammeln online Geld für neue Schutzanzüge. Bis 12. März kann noch gespendet werden. Von Frank Faber

Im Dezember ist die Crowdfunding-Plattform der St. Wendeler Volksbank freigeschaltet worden. Das kam der First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Freisen sehr gelegen, denn die Helfer brauchen neue Schutzanzüge und wollen diese per Crowdfunding, was so viel heißt wie Schwarmfinanzierung, anschaffen.


Die First Responder-Gruppe (Helfer vor Ort) besteht aus ehrenamtlichen Helfern, die bei medizinischen Notfällen schnelle erste Hilfe leisten und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens verkürzen. Diese Minuten können über Leben und Tod entscheiden. „In den letzten Jahren haben wir wichtige Geräte wie Notfallrucksäcke durch einen Förderverein angeschafft“, berichtet Björn Werth, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins First Responder. Nun stehe die Beschaffung von weiterer Schutzausrüstung für die derzeit 22 Einsatzkräfte der Gruppe an. „Wir wollen die Einsatzfähigkeit und die Schlagkraft der Einheit erhöhen, denn erst mit einer professionellen Ausstattung, mit ausreichenden Notfallmitteln und mit den benötigten Notfall-Geräten kann sichergestellt werden, dass wir unsere Ziele im Notfall bestmöglich erreichen können“, erklärt Werth.

Allerdings seien die Anschaffungskosten für adäquate Bekleidung in Höhe von 5000 Euro für den 2013 gegründeten Förderverein ein gewaltiger finanzieller Brocken. „Schon bei der Gründung war klar, dass es für die Gruppe keine offiziellen Gelder, keine Zuwendungen oder Fördermittel geben werde. Wir sind deshalb auf Spenden- oder Sponsorengelder angewiesen, um unsere Ausgaben für Anschaffungen decken zu können“, sagt Werth.



Ende letzten Jahres ist er auf das anlaufende Crowdfunding-Projekt der St. Wendeler Volksbank aufmerksam geworden (wir berichteten). Auf der Online-Plattform unserevolksbank.viele-schaffen-mehr.de können soziale, karitative, kulturelle und öffentliche Einrichtungen, Initiativen oder Vereine aus der Region ihre Projektideen präsentieren. Voraussetzung dafür ist die Gemeinnützigkeit der Initiative. Auf den Weg gebracht wurde die Plattform in Kooperation mit dem Saarländischen Landessportverband (LSVS) und dem Bundesmodellprojekt Land(auf)Schwung Landkreis St. Wendel.

„Wir haben unser Projekt beschrieben, die Summe festgelegt, die wir damit anstreben und die Menschen in der Region um ihre Unterstützung gebeten“, erklärt Werth. Bei der Crowdfunding-Premiere hat die First-Responder-Gruppe und der zweite beteiligte Verein, der Musikverein Hirstein, das Glück, dass die Volksbank einen mit 15 000 Euro gefüllten Anschub-Topf bereitgestellt hat. „Jede Spende die ab fünf Euro eingeht, wird von der Bank verdoppelt“, freut sich Werth. Mittlerweile haben bislang 193 Spender das Projekt der First Responder unterstützt, die Spendensumme in Höhe von 3832 Euro (Zwischenstand 14. Februar) ist eingegangen und das Projekt derzeit zu 77 Prozent abgedeckt. Da der Finanzierungszeitraum am 12. März endet, wirbt der Verein nochmals um weitere Hilfe. „Wir hoffen bis dahin, dass die 5000 Euro noch voll werden“, sagt Werth.

Zwar ist in der Gemeinde Freisen ein Rettungswagen stationiert, dennoch kann es vorkommen, dass dieser außerhalb der Gemeinde im Einsatz gebunden ist. Kommt es dann innerhalb der acht Ortsteile zu einem medizinischen Notfall, müssen Retter von anderen Rettungswachen – beispielsweise aus Türkismühle, St. Wendel, Kusel oder Baumholder – anrücken. Dadurch entstehen lange Anfahrtszeiten die durch die First-Responder überbrückt werden sollen, um eine nahezu optimale Versorgung gewährleisten zu können.

Bislang sind die Helfer 218 mal ausgerückt. Die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Freisen nahm am 1. Januar 2014 mit 16 Helfern den Dienst auf. Die Gemeinde Freisen ist die erste Kommune im Saarland, die solch eine Einheit ihrer Feuerwehr angliederte. Im Internet: www.first-responder.feuerwehr-freisen.de

Die Finanzierung eines gemeinnützigen Projekts über die Crowdfunding-Plattform von unserevolksbank.viele-schaffen-mehr.de ist in drei Phasen unterteilt. Zuerst beschreiben die Vereine und Inititativen ihre Projekte auf der Plattform und legen die Projektsumme fest, die sie anstreben. In der zweiwöchigen Startphase müssen dann ausreichend Fans gewonnen werden, um für die darauffolgende Finanzierungsphase freigeschaltet zu werden. In den drei Monaten der Finanzierung sind die Projektinitiatoren dazu aufgefordert, die im Vorfeld festgelegte Projektsumme durch Spenden zu erreichen. Ist dies gelungen, beginnt die Umsetzung der Projekte. Über die Plattform erfahren die Unterstützer dann, wie das Projekt realisiert wird. Wird das vorher festgelegte Ziel nicht erreicht, bekommen die Unterstützer ihr Geld wieder zurück.