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Offiziell eingeweiht
Im Gerüst verpackt wurde der Neubau gefeiert

 Noch steckt das Gerüst am neuen Schulgebäude. Die Außenanlage soll bis Herbst fertiggestellt sein.
Noch steckt das Gerüst am neuen Schulgebäude. Die Außenanlage soll bis Herbst fertiggestellt sein. FOTO: Frank Faber
Freisen. Die Gemeinschaftschule in Freisen hat sieben neue Klassenräume dazubekommen. Platz, der dringend nötig war. Aktuell besuchen 713 Schüler den Standort. Von Frank Faber

Bei der Grundsteinlegung im Mai 2017 haben Schulleiter Marc André Müller und der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) eine Zeitkapsel im Mauerwerk verschwinden lassen. Darin waren zuvor Schülerbriefe, Fotos, Zeitungsberichte sowie ein USB-Stick mit einem Kurzfilm verstaut worden. Im darauffolgenden Dezember hat der Landrat das handwerliche Ritual für den beim Richtfest fehlenden Zimmermann übernehmen müssen. Am Freitag ist der 4,2 Millionen teure Neubau nun offiziell eingeweiht worden. „Es ist ein Quantensprung für unsere Schüler“, betont Schulleiter Müller bei der von Schülern musikalisch begleiteten Einweihungsfeier im Flur des neuen Gebäudes.


Im Januar haben die Schüler sieben neue Klassenräume beziehen können. „Der Neubau war richtig und wichtig, um für das Engagement der Schüler die nötigen Voraussetzungen zu schaffen“, sagt der Landrat, dessen Behörde als Schulträger fungiert. Der Landkreis St. Wendel, so lobt Müller, sei seiner Verantwortung sehr gut nachgekommen. „Das Projekt war nicht ganz leicht zu stemmen, weil wir nach Vorgaben agieren und bestimmte Bedingungen einhalten mussten“, sagt Recktenwald. Der Schulneubau, ergänzt er, habe sich im Kostenrahmen bewegt, was nicht bei jeder größeren Baumaßnahme in der Republik der Fall sei. Mit dem Betrag in Höhe von einer Million Euro ist das Projekt aus der Kasse des Saar-Innenministeriums bezuschusst worden.

Seit dem 7. Januar läuft der Unterricht im Erweiterungsbau ab und die Restarbeiten an der Außenfassade dauern noch an. Dafür steht noch das Gerüst und das Außengelände ist weiter eine Baustelle. In den Sommerferien erfolgt ein Umbau im Gebäude 43. „Im ehemaligen Verwaltungsbereich werden drei Klassenräume hergerichtet“, teilt Recktenwald mit. Die Gesamtbaumaßnahme mit Fertigstellung der Außenanlage soll im Herbst abgeschlossen sein. Insgesamt neun Ingenieurbüros und 31 Firmen sind dann an den Arbeiten beteiligt gewesen. Die Größenordnung des Neubaus ergab sich aus dem Raumdefizit am Schulstandort bei steigendem Bedarf an  Klassen- und Funktionsräumen. Mit der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2014 war ein großer Zuspruch erfolgt und in den Folgejahren sind fünf beziehungsweise sechs Klassen zur Einschulung aufgenommen worden. 90 Anmeldungen (Stand: Anfang März), zwei mehr als im Vorjahr, liegen für das kommende Schuljahr vor. Geplant wird mit vier Klassen.



„Die Hoffnung, irgendwann die eigene Klassenstufe elf zu realisieren, haben wir noch aufgegeben“, blickt Müller voraus. Seit dem Schuljahr 2018/19 kooperiert Freisen bei der gymnasialen Oberstufe mit der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle und die Schüler, die die Oberstufe besuchen, wechseln räumlich nach Türkismühle. Für die Zukunft kündigt Schulleiter Müller moderne Unterrichtskonzepte an. „Die Digitalisierung ist eine weitere Herausforderung, damit ein digitaler Unterricht stattfinden kann“, weiß Recktenwald. Ein Koffer mit nigelnagelneuem Equipment, sagt Müller, stehe dafür schon bereit. Mit der Investition in den Erweiterungsbau, so Recktenwald, sei der Schulstandort Freisen gestärkt worden. Derzeit werden 713 Schüler dort unterrichtet, ein Drittel kommt über die Landesgrenze aus Ortschaften in Rheinland-Pfalz.

 Beim Durchschneiden des Bandes im Neubau der Freisener Gemeinschaftsschule (von links) Bernd Müller (Ministerialrat im Innenministerium), Udo Recktenwald (Landrat), Marc André Müller (Schulleiter) und Christine Streichert-Clivot (Staatssekretärin Bildungsministerium).
Beim Durchschneiden des Bandes im Neubau der Freisener Gemeinschaftsschule (von links) Bernd Müller (Ministerialrat im Innenministerium), Udo Recktenwald (Landrat), Marc André Müller (Schulleiter) und Christine Streichert-Clivot (Staatssekretärin Bildungsministerium). FOTO: B & K / Franz Rudolf Klos