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Eröffnung
Ein Ort für die deutsch-amerikanische Freundschaft

Ein Blick in die Ausstellung im neuen Kulturzentrum „Goldener Engel“ in Baumholder.
Ein Blick in die Ausstellung im neuen Kulturzentrum „Goldener Engel“ in Baumholder. FOTO: Melanie Mai
Baumholder. Das neue Kulturzentrum in Baumholder beherbergt auch Platz für ein Museum, das die Entwicklung der Stadt mit den Amerikanern thematisiert. Von Melanie Mai

Vor 62 Jahren war er das erste Mal in Baumholder, ging dort zur Schule. Zwei weitere, dienstliche Aufenthalte sollten folgen. Insgesamt war Mark Kimmitt sieben Jahre lang in Baumholder. Am Freitag war er wieder da. Um bei der Eröffnung des neuen Kulturzentrums „Goldener Engel“ dabei zu sein. „Es tut so gut, wieder hier zu sein“, sagte der 64-jährige General am Vorabend zu Freunden. Und in seinem Grußwort vor zahlreichen geladenen Gästen betonte er, wie wichtig und richtig dieses Museum sei. Denn tausende Amerikaner, „die hier lebten, denken gerne zurück an ihre Zeit im schönen Baumholder“.


Das Kulturzentrum, in dem auch die Tourist-Information für die Verbandsgemeinde und die Stadtbücherei untergebracht sind, widmet sich auf der ersten Etage der Entwicklung Baumholders von den Kelten über den Ersten Weltkrieg bis zur Entstehung des Truppenübungsplatzes. Knapp vier Millionen Euro kostete der Bau, dessen Entstehung sich über neun Jahre hinzog. Finanziert wird er zum größten Teil vom Land Rheinland-Pfalz.

Herzstück des Museums ist der zweite Stock, wo die deutsch-amerikanische Geschichte und Freundschaft im Mittelpunkt stehen. Für Kimmitt ist diese Freundschaft etwas ganz Besonderes. Er war im Beraterstab von US-Präsident George W. Bush, er war einst Figur in einem Kartenspiel, in dem Al Quaida die meist gesuchtesten Menschen abbildete, er ist der Bruder des ehemaligen US-Botschafters in Deutschland, Sohn des ehemaligen Senators. Außerdem spielt er im Film „Der Moment der Wahrheit“ mit Robert Redford eine tragende Rolle. Doch immer wieder kommt er an den Ort seiner Kindheit zurück. So auch am Donnerstag, obwohl sein Terminkalender sehr voll ist. Montag Bagdad, Dienstag Istanbul, Mittwoch Bratislava, Donnerstag Baumholder. Am Freitagabend feierte er mit seinen Freunden und Gästen aus der Baumholder Partnerstadt Delaware am Badesee, bevor es am Samstag wieder zurück in die Staaten ging. Mit nimmt er jede Menge Eindrücke vom neuen Museum – vom Bill-Clinton-Besuch 1995 in Baumholder oder vom Einzug des amerikanischen Lebensstils samt Elvis-Musik und Coca-Cola in der Kleinstadt, keine zehn Kilometer vom Saarland entfernt. Von einem umstrittenen Projekt, das, so Stadtbürgermeister Günther Jung, „zu einer Erfolgsstory in der Zukunft werden wird“.



Das Museum ist ab 1. November montags bis donnerstags jeweils von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro, Kinder zahlen einen Euro.