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Volleyball
„Die 3. Liga wäre für mich das Größte“

Da erleben die Gegner ihr blaues Wunder: Nadja Schmitt führt mit Freisen derzeit die Regionalliga an.
Da erleben die Gegner ihr blaues Wunder: Nadja Schmitt führt mit Freisen derzeit die Regionalliga an. FOTO: Franz Rudolf Klos / B & K
Freisen. Die Volleyballerinnen des SSC Freisen können gegen Stadecken-Elsheim einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg machen. Von Philipp Semmler

Bei Familie Schmitt aus Oberkirchen dreht sich alles um Sport. Familienvater Klaus arbeitete viele Jahre erfolgreich als Fußballtrainer (unter anderem beim FC Freisen, zuletzt beim 1. FC Niederkirchen). Seine Ehefrau Britta steht als Trainerin der zweiten Mannschaft des SSC Freisen derzeit an der Tabellenspitze der Volleyball-Landesliga. Und Tochter Nadja mischt mit der ersten Mannschaft des SSC derzeit die Regionalliga auf. Die 25-Jährige steht mit ihrem Team vor dem letzten Heimspiel des Jahres an diesem Samstag um 20 Uhr in der Freisener Bruchwaldhalle ebenfalls ganz oben im Klassement.


 In diesem letzten Heimspiel wartet auf den SSC gegen den Tabellenvorletzten TSV Stadecken-Elsheim eine vermeintlich leichte Aufgabe. Aber Schmitt warnt: „Wir werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen. In der Vergangenheit haben wir uns mit denen immer heiße Duelle geliefert“, sagt die Bankkaufrau, die bei einem St. Wendeler Kreditinstitut arbeitet.

Die weiblichen Mitglieder der Familie Schmitt entdeckten ihre Liebe zum Volleyball übrigens nicht auf die sonst übliche Weise, dass die Eltern ihre Kinder zu ihrer Lieblingssportart bringen. „Bei uns war das genau umgekehrt“, erklärt Nadja und lacht. „Ich habe mit drei oder vier Jahren Kinderturnen des SSC mitgemacht, bin dann zum Volleyball gewechselt, und meine Mutter hat dann später auch als Volleyball-Trainerin angefangen.“

Wenn das Regionalliga-Team und die von Britta Schmitt trainierten Landesliga-Mädels weiter so erfolgreich sind, könnte der Club im Frühjahr eine Doppel-Meisterschaft feiern. Der SSC würde in die 3. Liga aufsteigen, die Reserve in die Verbandsliga. „Für mich wäre es das Größte, einmal in der 3. Liga zu spielen“, erklärt Nadja.

Ob dieses Ziel erreicht werden kann? Die 25-Jährige ist optimistisch. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben ein eingespieltes Team und sind psychisch viel stabiler als in den vergangenen Jahren. Das ist unser großes Plus in dieser Saison und der Hauptgrund warum wir ganz oben stehen“, sagt sie.



Diese psychische Stabilität äußert sich vor allem darin, dass der SSC mit Drucksituationen gut umgeht und sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das merkt Schmitt auch bei ihrem eigenen Spiel. „Früher war ich immer extrem nervös, wenn ich in der Regionalliga auf dem Feld gestanden habe. Mittlerweile hat sich das aber total gelegt.“

Und Freisen hat vielleicht im Titelkampf noch ein weiteres Plus: Die Anzahl der Anhänger bei den eigenen Heimspielen wird immer größer. Vor drei Wochen sahen beispielsweise mehr als 150 Zuschauer den 3:1-Sieg im Top-Duell gegen die Biedenkopf-Wetter-Volleys. „Das beflügelt uns natürlich, wenn viele Leute da sind. Da macht es viel mehr Spaß als in einer leeren Halle“, freut sich Schmitt.

Der Vorsprung des SSC Freisen an der Tabellenspitze der Regionalliga Südwest vor den Biedenkopf-Wetter-Volleys ist am vergangenen Wochenende von fünf auf zwei Punkte geschmolzen. Der Grund: Während der SSC spielfrei war, gewann Biedenkopf-Wetter sein Nachholspiel bei Stadecken-Elsheim mit 3:1.