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Investitionen für die Feuerwehr
1,8 Millionen für die Freisener Feuerwehr

Das Feuerwehrgerätehaus in Freisen ist in die Jahre gekommen. Es wird saniert und erweitert.
Das Feuerwehrgerätehaus in Freisen ist in die Jahre gekommen. Es wird saniert und erweitert. FOTO: Melanie Mai
Freisen. Freisens Brandschützer haben allen Grund zum Jubeln. Der Gemeinderat beschloss Investitionen in Millionen Höhe. Was mit dem Geld passiert? Die Liste ist lang.

Applaus im Rathaussaal. Das gibt es selten bei einer Gemeinderatssitzung. In Freisen aber waren am Donnerstagabend etwa 20 Feuerwehrangehörige im Zuschauerraum. Und die hatten Grund zum Beifall. Denn in drei Tagesordnungspunkten beschäftigte sich der Rat mit der Feuerwehr – und beschloss einstimmig Investitionen von knapp 1,8 Millionen Euro. Das alles sei reine „Bedarfsplanung und kein Wunschdenken“, betonte Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). Und erinnerte daran, dass der Brandschutzbedarfsplan entsprechende Mängel offengelegt hat.



Zunächst ging es um das Feuerwehrgerätehaus. Das ist in die Jahre gekommen; zu klein und marode. In den Jahren 1977/78 wurde es gebaut, 1998/99 aufgestockt. Bei einer Grundstücksgröße von 850 Quadratmetern und einer bebauten Fläche von 650 Quadratmetern bleibe wenig Spielraum, erklärte Architekt Dietmar Weber. Trotzdem sei es gelungen, ein größeres Haus zu planen, indem fast die komplette Fläche ausgenutzt werde. Das Haus müsse unbedingt saniert werden, so Weber. Außerdem werde der Sanitär-Block abgerissen, neue, größere Anlagen würden in den Bau integriert. Eine neue Fahrzeug-Halle bietet zwei Stellplätze. Die Umkleiden werden vergrößert, es entsteht ein Anbau mit Garage und Atemschutzwerkstatt. Im Obergeschoss gibt es Platz für die Jugendfeuerwehr, Büros und die Kleiderkammer. Die Außenwände soll eine rote Metallverkleidung zieren.

Die Gesamtkosten belaufen sich laut Weber auf 1,3 Millionen Euro. Davon entfallen 450 000 Euro auf die energetische Sanierung, 850 000 Euro auf den Neubau. An Zuschüssen wurden rund 788 000 Euro bewilligt. Baubeginn soll im Mai/Juni 2018, Fertigstellung Ende 2019  sein.

Der entsprechende Platz ist damit gesichert; jetzt geht es an die Feuerwehrautos. Ein Tanklöschfahrzeug soll für Freisen angeschafft werden. Auch das war Thema im Brandschutzbedarfsplan. In Freisen habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert, sagt Scheer. So wurde unter anderem der Betrieb der Hörmann AG deutlich vergrößert. Mit dem Freisbach-Center ist ein Dienstleistungszentrum entstanden, auch habe der Kindergarten Sonnenschein in der Heidestraße seit der letzten Fassung des Brandschutzbedarfsplan seinen Betrieb aufgenommen, die Gemeinschaftsschule werde erweitert. Die Anzahl an Fabriken, Betrieben, Schulen und Kitas steige — und somit auch das Gefahrenpotenzial für Brände und technische Hilfeleistungen. Dem müsse auch die Ausrüstung der Feuerwehr angepasst werden, so Scheer.

Derzeit stehen dem Löschbezirk Freisen drei Fahrzeuge zur Verfügung: ein Tanklöschfahrzeug, ein Rüstwagen und ein Mannschaftstransportwagen. Schon im Bedarfsplan von 2008 war die Rede davon, dass weitere Fahrzeuge gebraucht werden. So wird nun ein Tanklöschfahrzeug beschafft. Kosten: rund 300 000 Euro. Dieses könne 4000 Liter Wasser zur Einsatzstelle transportieren, sagte  Löschbezirksführer Jochen Becker. Es handele sich um ein 18-Tonnen-Fahrgestelle mit Allradantrieb. Außerdem schafft die Gemeinde Freisen ein Mittleres Löschfahrzeug für Asweiler an. Kostenpunkt: etwa 170 000 Euro. Die Feuerwehrautos in Asweiler sind sehr alt und sollten, so Ehrenkreisbrandinspekteur Hans-Josef Keller, schon seit fünf Jahren ausgetauscht werden. Die Anschaffung sei absolut notwendig. Keller: „Das Auto hat weder ein goldenes Lenkrad noch silberne Radkappen.“

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