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"Es war Liebe auf den ersten Blick"

Heribert und Elfriede Lonsdorf haben am 1. Juni in der Otzenhausener Pfarrkirche geheiratet. Foto: SZ
Heribert und Elfriede Lonsdorf haben am 1. Juni in der Otzenhausener Pfarrkirche geheiratet. Foto: SZ
Otzenhausen. Ein bewegtes, aber auch abwechslungsreiches Leben haben die Eheleute Heribert und Elfriede Lonsdorf bis jetzt hinter sich gebracht. Sie wohnen in der Ringwallstraße 5 in Otzenhausen und sind am 1. Juni 60 Jahre miteinander verheiratet, feiern also die Diamantene Hochzeit. Heribert Lonsdorf wurde am 6. August 1922 in Erfweiler-Ehlingen im heutigen Saar-Pfalz-Kreis geboren

Otzenhausen. Ein bewegtes, aber auch abwechslungsreiches Leben haben die Eheleute Heribert und Elfriede Lonsdorf bis jetzt hinter sich gebracht. Sie wohnen in der Ringwallstraße 5 in Otzenhausen und sind am 1. Juni 60 Jahre miteinander verheiratet, feiern also die Diamantene Hochzeit. Heribert Lonsdorf wurde am 6. August 1922 in Erfweiler-Ehlingen im heutigen Saar-Pfalz-Kreis geboren. Nach dem Besuch der Volksschule ging er 1937 als Lehrknappe zur Grube Jägersfreude und wurde dort später Kohle- und Gesteinshauer. In der Landwirtschaft musste der jüngste Bub der Familie (er hatte noch fünf Geschwister) eifrig mithelfen, weil der Vater früh gestorben war. Als der Krieg ausbrach, wurde Heribert Lonsdorf Soldat. Dabei wurde er viermal verwundet. 1945 kehrte er in die Heimat zurück und ging auf Grube Mellin in Sulzbach zur Arbeit. "Ich war damals noch Kriegsgefangener und durfte nicht nach Hause", berichtete der Jubilar. In den Jahren danach war er in den Gruben Jägersfreude, Heinitz und Kohlwald beschäftigt und ging 1975 in den Ruhestand. Jetzt hatte er mehr Zeit, sich seinem Garten zu widmen, dem er bis heute treu geblieben ist. Im Nachbarort ihres Mannes, in Rubenheim, kam Elfriede Lonsdorf am 23. Dezember 1926 zur Welt. Sie war zwölf Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester wegen des Krieges ihren Heimatort verlassen musste und nach Sulzfeld/Main umgesiedelt wurde. 1940 zurückgekehrt, schloss sie die Volksschule ab und besuchte die Haushaltungsschule in Blieskastel. Danach bekam Elfriede Lonsdorf eine Stelle beim Finanzamt im gerade deutsch gewordenen Saargemünd. Bereits 1944 wurde die Familie wieder evakuiert, diesmal nach Ansbach/Bayern. 1945 nach Rubenheim zurückgekehrt, hatte ihre Mutter, die aus Muhl bei Hermeskeil stammte, die Nase vom Umziehen voll. Im Immobilienteil der Saarbrücker Zeitung fand sie ein Haus in Otzenhausen, kaufte es und zog 1946 dorthin um.Als Tochter Elfriede im November 1947 die Rubenheimer Kirmes besuchte, lernte sie Heribert Lonsdorf kennen. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, erzählte sie. Schmunzelnd berichtete der Jubilar davon, dass er seine Angebetete einmal in Otzenhausen besuchen wollte. Mit dem Zug sei er nur bis Türkismühle gekommen. Da es noch keine Verbindung nach Otzenhausen gegeben habe und es heftig regnete, hätten ihn zwei Lokführer auf der Dampflok, die sie nach Hermeskeil fahren mussten, sozusagen unerlaubt bis Otzenhausen mitgenommen. Am 1. Juni 1949 wurden Heribert und Elfriede Lonsdorf in der Otzenhausener Pfarrkirche getraut. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor, die alle verheiratet sind. Das Jubelpaar freut sich, wenn sie und die fünf Enkel zu Besuch kommen. gtr