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Unsere Woche
Ein Hotdog bleibt ein Hotdog

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Anglizismen sind böse. Sie führen in die Irre. Sie verflachen die deutsche Sprache und verderben ihre Aussagekraft. Da ist sich der Verein für Deutsche Sprache (VDS) sicher. Umso verärgerter dürften die Mitglieder über das neue Wort Influencer sein. Es beschreibt Menschen, die in den sozialen Netzwerken Millionen von Fans erreichen. Eine Jury hat den Begriff diese Woche zum Anglizismus des Jahres gewählt. Was die Schützer unserer Sprache wohl dazu sagen? Der VDS hat sogar den Duden schon einmal zum Sprachpanscher gekürt und bekannt gegeben: Acht von zehn Anglizismen sind überflüssig. Von Sarah Konrad

Anglizismen sind böse. Sie führen in die Irre. Sie verflachen die deutsche Sprache und verderben ihre Aussagekraft. Da ist sich der Verein für Deutsche Sprache (VDS) sicher. Umso verärgerter dürften die Mitglieder über das neue Wort Influencer sein. Es beschreibt Menschen, die in den sozialen Netzwerken Millionen von Fans erreichen. Eine Jury hat den Begriff diese Woche zum Anglizismus des Jahres gewählt. Was die Schützer unserer Sprache wohl dazu sagen?



Auch bei der Saarbrücker Zeit- 
ung gibt es eine Regel, die besagt: Wir vermeiden englische Wörter, wenn sie ein deckungsgleiches deutsches Wort verdrängen. Heißt: Wir schreiben Höhepunkt und nicht Highlight, Fluglinie und nicht Airline, Veranstaltung und nicht Event, Personenschützer und nicht Bodyguard. Nur um einige Beispiele zu nennen.

Doch englische Wörter können unsere Sprache auch bereichern. Das geben sogar die Sprachwächter zu. Oder würden Sie im Geschäft nach einem Hemd mit kurzen Armen aus Baumwollstoff fragen, nur um das englische Wort T-Shirt zu vermeiden? Recherchieren Sie im Netzverbund mit einer Suchmaschine oder googlen Sie im Internet? Und wer bestellt im Restaurant schon ein Brötchen mit aufgewärmtem Würstchen, Käse, Ketchup, Gurken und Zwiebeln? Die allermeisten ordern wohl schlicht und ergreifend einen Hotdog. Das beweist: Es gibt eben auch gute Anglizismen.