| 21:13 Uhr

Die Welt der Ameisen entdecken

Ameisenschutzwart Helmut Hahn (rechts) erzählte den Kindern Spannendes und Wissenswertes über Ameisen. Foto: Frank Faber
Ameisenschutzwart Helmut Hahn (rechts) erzählte den Kindern Spannendes und Wissenswertes über Ameisen. Foto: Frank Faber
Kastel. "Warum baut man denn einen Lehrpfad für Tiere, die man sonst mit den Füßen tritt?", fragte Ameisenführer Helmut Hahn. Die Antwort der 17 Vorschulkinder kam wie aus der Pistole geschossen. "Hier können wir viel über das Leben der Ameisen lernen", riefen die Kinder im Chor Von SZ-Mitarbeiter Frank Faber

Kastel. "Warum baut man denn einen Lehrpfad für Tiere, die man sonst mit den Füßen tritt?", fragte Ameisenführer Helmut Hahn. Die Antwort der 17 Vorschulkinder kam wie aus der Pistole geschossen. "Hier können wir viel über das Leben der Ameisen lernen", riefen die Kinder im Chor. In mehreren Gruppenstunden in der Otzenhausener Kindertagesstätte beschäftigten sie sich mit dem Krabbeltier. "Wir haben Bilder mit Ameisen gemalt und ihnen auch etwas Vorwissen vermittelt", erklärte Projektleiterin Melanie Jung, die gemeinsam mit Corinna Petto die Kinder ins Thema einführte. Erlebnispädagogik werde in der Kindertagesstätte großgeschrieben, ein Besuch des einzigen Ameisenlehrpfades im Saarland zum Abschluss ihres Projekts sei somit ein Muss. Alltag des AmeisenvolkesAn sechs themenbezogenen Infotafeln schilderte Hahn den Lebensweg einer Waldameise, streifte den Alltag des Ameisenvolks oder wies auf deren Gefährdung hin und bat, durch umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten, das Leben der Ameisen zu schützen und zu erhalten. Kindgerecht berichtete er über die Eigenschaften wie Geselligkeit, Fleiß, Mut, Freundschaft und Teamwork. Bei Hahns bildhaften Ausführungen über die Rekorde der Ameisen ließen die Kinder ihren Fantasien schnell freien Lauf. "Kann eine Ameise eine Klaviertaste runter drücken", konfrontierte Jeromé den Experten mit einer alles andere als normalen Frage. "Nein, aber eine Ameise kann das 20-Faches ihres Körpergewichts hochheben", informierte Hahn. Dass eine Ameisenkönigin bis zu 20 Jahre alt werde, ist der Gruppe hinlänglich bekannt. Marie hakt in einer ganz anderen Richtung nach. "Können Ameisen schwimmen?", interessierte sie brennend. "Ja, aber nicht so lange", befriedigte der einzige Ameisenschutzwart in der Gemeinde Nonnweiler ihr Wissen. Er habe schon viele Gruppen über den Lehrpfad geführt, doch mit Kindern sei dies immer etwas ganz Spezielles. "Es ist unheimlich toll für einen Führer, wenn die Kleinen so viel schon wissen und dann noch mehr an Informationen aufnehmen", zeigte sich Hahn begeistert. "Schaffe, schaffe, Häusle baue" steht auf der sechsten Infotafel, auf der die einzelnen Berufe in einem Ameisenstaat wie Baumeister, Wächter, Gärtner oder Verteidiger symbolisch besonders anschaulich dargestellt sind. "Wann sehen wir denn richtige Ameisen?", rief Nils ungeduldig in die Runde. Den Höhepunkt bildete der Anblick eines großen Nesthügels, in dem Millionen von Waldameisen geschäftig ihr Tagwerk verrichteten. "Der naturkundliche Unterricht direkt vor Ort ist für die Kinder lehrreich und spannend", meinte Jung treffend. Das letzte Wort hatte aber selbstredend ein Mitglied ihrer wissensdurstigen Projektgruppe. "Liegen die Toten auf einem Ameisenfriedhof?", fragte Marie nachdenklich. "Genau, der ist etwas entfernt vom Nesthügel", klärte Hahn auf. Nach zwei Stunden beendete er seine hochinteressante Führung, die für die Kindergartenkinder zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.



Auf einen BlickDer Panorama-Rundwanderweg mit seinen Infotafeln, der Streuobstwiese und dem Bienen- und Ameisenlehrpfad ist in seiner Gesamtheit fertig gestellt. Die Eröffnung findet an diesem Samstag, 23. Mai, statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Kastel. Nach der Begrüßung startet die Wanderung entlang des etwa fünf Kilometer langen Panoramaweges. Informationen gibt es an den Stationen Streuobstwiese, Bienenlehrpfad und Ameisenerlebnispfad. Im Anschluss gibt es an der Sitzgruppe "Im Gries" einen kleinen Imbiss mit Flammkuchen. Interessenten werden um unverbindliche Anmeldung bei der Tourist-Info Nonnweiler gebeten, Telefon (06873) 66 00. red