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Delfin Papito hat Dana Joline geholfen Schmuse-Delfin hilft, kleine Dana zu heilen

Dana Joline küsst Delfin Papito, stets behütet von Therapeutin Steffi Ruhfus. Foto: SZ
Dana Joline küsst Delfin Papito, stets behütet von Therapeutin Steffi Ruhfus. Foto: SZ
Hoof. Dana Joline Schneider aus Hoof hat ihre Delfin-Therapie auf der Insel Curaçao in der Karibik erfolgreich abgeschlossen. Und was die Eltern des zweieinhalbjährigen Mädchens, das wegen einer Fehlbildung im Gehirn unter epileptischen Anfällen leidet, sich vor der Therapie erhofften, ist offenbar tatsächlich eingetreten Von SZ-Mitarbeiter Dieter Kremp

Hoof. Dana Joline Schneider aus Hoof hat ihre Delfin-Therapie auf der Insel Curaçao in der Karibik erfolgreich abgeschlossen. Und was die Eltern des zweieinhalbjährigen Mädchens, das wegen einer Fehlbildung im Gehirn unter epileptischen Anfällen leidet, sich vor der Therapie erhofften, ist offenbar tatsächlich eingetreten. Ihre schwerkranke Tochter, bei der das West-Syndrom diagnostiziert wurde, hat sich in den zehn Tagen mit dem Delfin Papito geöffnet, ihr Gesundheitszustand merklich gebessert."Das alles hat unser Sternchen ihrer netten Therapeutin Stefanie Ruhfus aus Düsseldorf und vor allem dem lieben Delfin Papito zu verdanken", sagt Tina Schneider, die Mutter der Zweieinhalbjährigen nach den Wochen in der Karibik. Dana Joline habe Papito fest in ihr Herz geschlossen, genauso wie ihre mitgereiste fünfjährige Schwester Milena, die den Delfin ebenfalls kennenlernte. Wenngleich auch nicht so intensiv wie Dana Joline. Sie durfte gemeinsam mit ihrer Therapeutin mit Papito spielen, ihm gar die Schnauze ablecken, wenn er ihren Mund berührte. "Wasser, Sonne und das Singen des Delfins brachten unserer Dana Joline offensichtlich in einen besonders lockeren Zustand, in dem sie aufnahmefähiger wurde", vermutet Vater Carsten Schneider. Er nennt Papitos Ausstrahlung "phänomenal": "Er schaute uns allen in die Seele." Nicht nur die schwerkranke Dana Joline, auch ihre Schwester Milena und ihre Eltern haben vorher nie gekannte Glücksmomente im Delfinarium in Curaçao erlebt: "Unser Sternchen, sonst gehemmt und begrenzt, agierte plötzlich als gleichberechtigter Partner des Delfins", berichtet Carsten Schneider. Die tägliche Therapie dauerte jeweils von 13 bis 15 Uhr, aufgeteilt in Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie und eben 40 Minuten Wasserzeit mit Papito. Schon nach wenigen Tagen konnte Dana Joline mit einem Ja oder mit Augenkontakt ihrer Therapeutin antworten und mitbestimmen, was sie als Nächstes mit dem Delfin machen wollte. Wichtig für die Schneiders war, Kontakte zu anderen deutschen Familien zu pflegen, die ebenfalls zur Delfin-Therapie mit ihren kranken Kindern nach Curaçao gekommen waren - darunter eine Familie aus Thüringen, die schon zum zweiten Mal mit ihrer vierjährigen Tochter Joeline dort war, die Selbständigkeit und zwei Monate nach der Therapie das Laufen lernte. Mit ihnen tauschten Tina und Carsten Schneider Erfahrungen aus, stehen auch seit ihrer Rückkehr nach Hoof weiterhin mit ihnen per E-Mail in Verbindung. Ein Treffen in Thüringen ist für den Sommer vorgesehen. Schon jetzt denkt die Familie Schneider an eine zweite Delfin-Therapie mit Papito, vielleicht in zwei Jahren. Wenn das Geld wieder reicht. Denn die Kosten der jüngsten Behandlung, immerhin rund 12 000 Euro, wollte die Krankenkasse nicht übernehmen, weshalb die Therapie über Spenden und Benefizveranstaltungen finanziert werden musste, wofür die Eltern dankbar sind. Zumal sie bemerken, dass sich die Muskulatur ihrer Tochter gelockert hat, Schluck- und Essstörungen sowie epileptische Anfälle und Krämpfe viel weniger geworden sind.