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Bostalsee
„Das ist gut angelegtes Geld“

Der Bostalsee ist ein Naherholungsgebiet, das von immer mehr auswärtigen Touristen entdeckt wird.
Der Bostalsee ist ein Naherholungsgebiet, das von immer mehr auswärtigen Touristen entdeckt wird. FOTO: Sarah Konrad
St. Wendel. Der Bostalsee ist der Tourismusmagnet im St. Wendeler Land. Die Unterhaltung kostet den Landkreis in diesem Jahr 1,91 Millionen Euro. Von Volker Fuchs

Um 231 000 Euro steigt in diesem Jahr die Verlustzuweisung des Freizeitzentrums Bostalsee, einem Eigenbetrieb des Landkreises St. Wendel. Damit muss der Kreis 2018 ein Defizit von 1,91 Millionen Euro übernehmen. So steht es im Wirtschaftsplan des Freizeitzentrums, den der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen hat.


1,42 Millionen Euro wird das Freizeitzentrum in diesem Jahr am See investieren, teilte Landrat Udo Recktenwald mit. Größter Brocken ist der weitere Ausbau der Festwiese für rund eine Million Euro. Hier muss der Kreis nur 150 000 Euro beisteuern, der Rest kommt aus  Zuschüssen des Landes. 140 000 Euro sind für die Erneuerung des Tretboot-
steges auf der Bosener Seeseite vorgesehen.

Das Thema Kosten beschäftige den Kreistag in jedem Jahr, sagte Werner Wilhelm für die CDU-Fraktion: „Das ist gut angelegtes Geld. Der Bostalsee wird immer beliebter.“ Das zeige sich auch bei den Parkgebühren, die um 75 000 Euro höher ausgefallen seien als geplant.



Beim Campingplatz habe man die Preise erhöht, so Wilhelm. In einer Sitzung mit den Campern habe man dafür Verständnis wecken können. Über dort angesprochene Mängel auf dem Platz werde man noch einmal reden.

Das, was in den vergangenen Jahren am See entstanden sei, davon profitierten viele Menschen, sagte für die SPD-Fraktion Thorsten Lang: „Das ist gut investiertes Geld, das sehen wird im Grunde genauso.“ Allerdings müsse man die Entwicklung der Verlustzuweisung genau beobachten.

Neben viel Positivem am See gebe es auch Schatten, so Lang und nannte „das Trauerspiel im Umfeld des Biergartens.“  Beim Campingplatz habe man gemeinsam entschieden, die Entgelte zu erhöhen. „Ich hoffe, dass der Campingplatz in Trägerschaft des Landkreises zu halten ist.“

Landrat Udo Recktenwald dankte CDU und SPD, dass die Fraktionen gemeinsam mit ihm den Termin mit den Campern bestritten haben. Recktenwald: „Die spannende Frage lautet, schaffen wir es  auf dem Campingplatz mittelfristig, eine schwarze Null hinzukriegen.“  Beim Biergarten habe man Handlungsbedarf, pflichtete der Landrat dem SPD-Politiker Lang bei.

Einstimmig hat der Kreistag die Tiefbauarbeiten für den Ausbau der alten Festwiese am Freizeitzentrum Bostalsee beschlossen. Diese Arbeiten übernimmt für rund 924 000 Euro die Firma Backes aus Tholey.

Die Veranstaltungsflächen auf der Bosener Uferseite wurden schon 2017 saniert und mit Schotterrasen versehen. Diese Sanierung habe sich bewährt. Die alte Festwiese hingegen hält den Anforderungen bei Großveranstaltungen nicht mehr stand, vor allem dann nicht, wenn es stark geregnet hat. Denn eine über die Jahre entstandene Humusschicht weicht bei Nässe auf und wird matschig. Hier werden nun Rasengittersteine eingebaut, ebenso kommt auf die angrenzenden Wiesen Schotterrasen. Gleichzeitig werden neue Strom- und Datenkabel verlegt, und auch die Beleuchtung soll ergänzt werden.