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Studie soll Saarländer zur Darmkrebs-Vorsorge bewegen

Studie soll Saarländer zur Darmkrebs-Vorsorge bewegen

Saarbrücken. 24 Prozent der saarländischen Frauen nehmen Angebote zur Früherkennung von Darmkrebs für Menschen ab 50 Jahren in Anspruch und 22 Prozent der Männer. Zwar liegt das Saarland damit über dem Bundesdurchschnitt, aber "das ist noch viel zu wenig", erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann gestern zur "Sams"-Projektvorstellung

Saarbrücken. 24 Prozent der saarländischen Frauen nehmen Angebote zur Früherkennung von Darmkrebs für Menschen ab 50 Jahren in Anspruch und 22 Prozent der Männer. Zwar liegt das Saarland damit über dem Bundesdurchschnitt, aber "das ist noch viel zu wenig", erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann gestern zur "Sams"-Projektvorstellung. "Sams" steht für: "Saarland gegen Darmkrebs - machen Sie mit". Es ist eine Präventionsstudie, die Anfang April bundesweit als Modellprojekt gestartet wird.Seit Oktober 2002 übernehmen die Krankenkassen als Darmkrebsfrüherkennung bei Menschen zwischen 50 und 54 Jahren einmal im Jahr die Kosten für einen Test auf Blut im Stuhl, ab einem Alter von 55 Jahren zahlen sie bis zu zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren.

Auch wenn die anspruchsberechtigten Saarländer im Bundesvergleich die Angebote besser nutzen, warnte die Gesundheitsministerin vor einer "sinkenden Tendenz". Und nach wie vor gingen deutlich weniger Männer als Frauen zur Vorsorge, obwohl sie ein höheres Risiko tragen. "Diese Fakten haben die Experten im nationalen Krebsplan veranlasst, auch für Darmkrebs ein organisiertes Screening mit Einladungswesen zu fordern", erklärte Bachmann.

Nun sollen über das Modellprojekt "Sams" - eine Kooperation des Gesundheitsministeriums mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes und der Stiftung Lebensblicke - etwa 30 000 Saarländer, also rund 50 Prozent der Geburtenjahrgänge 1952 bis 1957, schriftlich eingeladen werden, an einem Früherkennungstest teilzunehmen. Die Auswahl erfolgt zufällig, die Teilnahme ist freiwillig. Damit erhoffen sich die Initiatoren, mehr Menschen zu einer Vorsorgeuntersuchung bewegen zu können.

"Denn eine Früherkennung rettet Leben", erklärte Professor Hermann Brenner vom DKFZ. Darmkrebs belegt Platz zwei auf der Liste der Krebssterbefälle, 2009 starben alleine im Saarland 354 Menschen daran. Die Kosten einer Vorsorge bezifferte Brenner auf 274 Euro pro Patient. "Deutschland ist eines der wenigen Länder, die sich die Vorsorge leisten. Ich hoffe, das wird so bleiben", sagte Brenner. Im Durchschnitt liegt die Heilungschance bei Darmkrebs bei 60 Prozent, wie Dr. Thomas Scholz, der Vorsitzende der Gemeinschaft niedergelassener endoskopisch tätiger Internisten im Saarland, meinte. Er wies darauf hin: "Je früher die Diagnose gestellt wird, desto größer die Heilungschance." Ist die zweijährige Präventionsstudie erfolgreich, könnte sie als Modell für bundesweite Einladungen zur Darmkrebsfrüherkennung dienen. hth