Studie: Kein Fortschritt bei Inklusion an Schulen im Saarland

Förderschulen : Studie: Kein Fortschritt bei Inklusion an Saar-Schulen

Der Lehrerverband ist nicht überrascht. Das Bildungsministerium äußert jedoch Zweifel an der Seriosität der Untersuchung.

Gut vier Prozent aller Schüler im Saarland werden an einer Förderschule unterrichtet. Ihr Anteil sank von 2008/09 bis 2016/17 nur minimal von 4,23 auf 4,22 Prozent. Im Bundesschnitt ging dieser von den Experten als Exklusionsquote bezeichnete Anteil hingegen von 4,92 auf 4,34 Prozent zurück, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Im Saarland „wurde beim Erreichen der Zielvorgabe der UN-Konvention kein Fortschritt erreicht“, stellen die Autoren fest. Alle öffentlichen Schulen im Saarland sollen nach dem erklärten Willen der Landesregierung inklusive Schulen werden. Die Umsetzung begann 2014/15 mit den Grundschulen, gefolgt von den weiterführenden Schulen und ab diesem Schuljahr auch in den Berufsschulen. Eltern von Kindern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf können beantragen, dass ihr Kind in einer der insgesamt 36 Förderschulen mit sieben unterschiedlichen Förderschwerpunkten unterrichtet wird.

Am meisten werden Förderschulen laut Bertelsmann wegen einer Lernbeeinträchtigung (1,67 Prozent) besucht. Danach folgen „sonstige Förderbedarfe“ wie Hör- und Sehbehinderungen und eine Förderung wegen der geistigen Entwicklung (0,81 Prozent).

Das saarländische Bildungsministerium bezeichnete die Bertelsmann-Studie auf Anfrage als „unseriös, eindimensional und schlicht falsch“. Das Saarland liege bei der Exklusionsquote erneut unter dem Bundesdurchschnitt. Zudem sei die Exklusionsquote im Förderschwerpunkt Lernen im Saarland stark zurückgegangen. Der Rückgang wirke allerdings nicht so stark wie im Bundesdurchschnitt auf die Gesamtquote zurück, da es in anderen Förderschwerpunkten zu leichten Anstiegen gekommen sei.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) zeigte sich nicht überrascht von den Ergebnissen. „Solange die notwendigen Bedingungen für eine gelingende Inklusion an den Regelschulen nicht geschaffen werden, werden sich die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auch weiterhin für die Förderschulen entscheiden“, sagte die Vize-Vorsitzende Michaela Günther.