| 21:21 Uhr

Brutale Angriffe in Saarbrücker City
Streit um Sicherheit nachts in Saarbrücken

Saarländischer Junge-Union-Chef und CDU-Landtagsmitglied Alexander Zeyer
Saarländischer Junge-Union-Chef und CDU-Landtagsmitglied Alexander Zeyer FOTO: Carsten Simon
Saarbrücken. Junge-Union-Chef Zeyer sieht „Naivität und Hilflosigkeit“ bei Oberbürgermeisterin Britz. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Vor dem Hintergrund von einem halben Dutzend schwerster Überfälle und Attacken, bei denen am vergangenen Wochenende ein Mensch so schwer gegen den Kopf getreten wurde, dass er in Lebensgefahr schwebte, ist der Streit um die Sicherheit nachts auf Saarbrücker Straßen neu entfacht. „Ich erwarte, dass der Innenminister endlich handelt“, ließ sich die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) von der Bild-Zeitung zitieren. Wie Katrin Thomas, Sprecherin von Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) gestern der SZ sagte, gebe es „keinen Angstraum in der Saarbrücker Innenstadt“. Britz hatte von einem wundervollen Altstadtfest ohne besondere Vorkommnisse geschwärmt. Die Vorfälle passierten immer an den gleichen Stellen in der Innenstadt, klagte Britz.


Die Polizei-Inspektion St. Johann hatte mit zwei unterschiedlichen Mitteilungen die Grenzziehung zwischen Altstadtfest auf der einen Seite und der Gewaltzone in „Neu-Saarbrücken“, also jenseits der Dudweiler Straße Richtung Hauptbahnhof, vorgegeben. „Es gab nur sehr wenige veranstaltungstypische Vorkommnisse, so dass man insgesamt von einem durchaus friedlichen Verlauf sprechen kann“, teilte die Inspektion in der Karcherstraße, also mitten in der Gewaltzone mit Kaiserstraße, Futterstraße und Bahnhofstraße, wo sich die schweren Attacken abspielten, am Montagmorgen zum Altstadtfest mit. Bereits am Sonntagnachmittag hatte die Inspektion die sieben Überfälle und Schlägereien, die sich teils quasi vor ihrer Dienststelle ereigneten, minutiös aufgelistet - ohne einen Bezug zum Altstadtfest herzustellen.

Diesen möglichen Zusammenhang sah gestern jedoch der Pressesprecher des Landespolizeipräsidiums Stephan Laßotta. „Nach dem Ende des Altstadtfestes gehen möglicherweise einige der Besucher noch in die Gaststätten, die bis in die frühen Morgenstunden noch geöffnet haben“, erklärte Laßotta. Und genau in der Nähe von Diskos ereigneten sich in der Zeit zwischen vier und fünf Uhr am Sonntagmorgen die schweren Gewaltexzesse.



Der Chef der CDU-Jugendorganisation Junge Union Saar Alexander Zeyer sprang Bouillon bei. „Es ärgert mich, mit welcher Naivität und Hilflosigkeit Frau Britz in Bezug auf die Sicherheitslage in ihrer Stadt agiert“, sagte das CDU-Landtagsmitglied Zeyer, der wie Bouillon aus St. Wendel stammt. Die Polizei habe beim Altstadtfest „verstärkte Präsenz“ gezeigt. „Im Gegensatz dazu zieht die Stadt abends pünktlich ihre Mitarbeiter des Ordnungsamtes getreu dem Motto nach mir die Sintflut ab und überlässt der Polizei in den Nachtstunden und am Wochenende komplett das Feld“, kritisierte Zeyer die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Britz.