Streit im Saarland um Kastration von Ferkeln

Streitthema : Minister Jost eckt an mit Haltung zu Ferkel-Kastration

Der saarländische Tierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik kritisiert das Vorhaben der Politik, die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung auch über 2019 hinaus zu erlauben.

Das Saarland hatte angekündigt, einer Fristverlängerung zustimmen zu wollen. Das würde womöglich die Mehrheit im Bundesrat bringen. Schweinezüchter verweisen auf die hohen Kosten einer Vollnarkose. Willimzik hält dagegen: Es verstoße gegen das Gesetz, Tiere aus finanziellen Gründen zu quälen. Auch die lokale Betäubung vor der Kastration, die Saar-Landwirtschaftsminister Reinhold Jost (SPD) jetzt als „gangbaren Weg“ bezeichnete, ist aus Sicht Willimziks „Tierquälerei“. Er befürwortet eine Impfung der Ferkel. Die verhindere, dass deren Fleisch ohne Kastration einen strengen Geruch annehme. Die Züchter lehnen auch diese Lösung ab.

Die Grünen im Saarland forderten Jost ebenfalls auf, gegen die Fristverlängerung zu stimmen.