Straßenbahn in Paris erlebt Renaissance

Köllertal. Schon Tradition ist es bei der Nahverkehrsinitiative Köllertal, jährlich eine Studienfahrt durchzuführen. Dieses Jahr war das Ziel Paris. Einerseits wollte man die neue schnelle ICE-Verbindung von Saarbrücken nach Paris testen, andererseits aber auch das in Paris wieder eingeführte Straßenbahnsystem beäugen. Paris besaß als Weltstadt eins ein umfangreiches Straßenbahnsystem

 Moderne Straßenbahn in Paris. Foto: SZ/Janson

Moderne Straßenbahn in Paris. Foto: SZ/Janson

Köllertal. Schon Tradition ist es bei der Nahverkehrsinitiative Köllertal, jährlich eine Studienfahrt durchzuführen. Dieses Jahr war das Ziel Paris. Einerseits wollte man die neue schnelle ICE-Verbindung von Saarbrücken nach Paris testen, andererseits aber auch das in Paris wieder eingeführte Straßenbahnsystem beäugen. Paris besaß als Weltstadt eins ein umfangreiches Straßenbahnsystem. Mit dem fortschreitenden Bau der Metro verlor dieses jedoch mehr und mehr an Bedeutung. Schon 1938 wurde die letzte Pariser Straßenbahn stillgelegt, erlebt aber jetzt wieder eine Renaissance. Nach Vorortlinien wurde Ende 2006 im Süden von Paris die Linie T3 neu eröffnet. Diese war Ziel der Nahverkehrsinitiative. Die acht Kilometer lange Linie verbindet mehrere Vororte mit den Umsteigepunkten zur Metro und Schnellbahn RER. Die 17 Haltepunkte werden im Vier-Minuten-Takt bedient. Da die Straßenbahn eine eigene Trasse mit viel Rasengleis besitzt, ist sie rund 40 Prozent schneller als vorher die eingesetzten Busse. Die 21 von Alstom gebauten Straßenbahnwagen bieten 78 Sitzplätze und können 304 Personen fassen. Sie wird täglich von über 100000 Fahrgästen genutzt. Untersuchungen im ersten Betriebjahr haben ergeben, dass 25 Prozent der vorherigen Autofahrer auf die Straßenbahn umgestiegen sind.

Die Teilnehmer der Nahverkehrsinitiative waren auch angetan von der Gestaltung der Haltestellen, der Gleistrasse sowie der technischen Lösung, mit der sich die Bahn die Ampeln freigeschaltet. Eine Verlängerung der Bahn sowie weitere neue Straßenbahnlinien sind in Planung.

Natürlich nutzen die neun Teilnehmer der von Monique Broquard gut organisierten Fahrt auch die anderen Nahverkehrssysteme der Millionenstadt, um sich das eine oder andere touristische Ziel in Paris anzusehen. Dabei war man erstaunt, dass eine Tageskarte für das riesige Pariser Netz nur 5,80 Euro kostet und damit im Verhältnis zum Nahverkehrssystem an der Saar weit kostengünstiger ist. Mit einer Schiffsfahrt auf der Seine schloss man den Besuch ab, bevor es wieder mit dem ICE problemlos Richtung Saarland ging. red/Karl Heinz Janson

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