Stimmungsvolle Ansichten von Freisen

Stimmungsvolle Ansichten von Freisen

Freisen ist für den tschechischen Künstler Václav Cerny kein Neuland: Bereits 1992 malte er Bilder von der Region. Nun sind aktuelle Werke, die im vergangenen Jahr entstanden, im Freisener Rathaus zu sehen.

Bei der Ausstellungseröffnung: Josef Müller (von links), Vaclav Cerny und Bürgermeister Karl Josef Scheer. Foto: B & K. Foto: B & K

Unter dem Titel "Dorfansichten" stellt der tschechische Künstler Václav Cerny derzeit eine Reihe seiner Arbeiten im Freisener Rathaus aus. Die 27 ausgestellten Gemälde entstanden alle im vergangenen Jahr und zeigen Ansichten von Freisen und seiner Umgebung, wie zum Beispiel auch Asweiler, Oberkirchen oder Grügelborn. Die Arbeiten in Aquarell und Acryl zeigen Cernys Liebe zur Natur. Er ist kein Detailmaler, deutet vieles nur an, doch für Ortskundige sind die Ansichten gleich erkennbar. Die Farben drücken eine ganz bestimmte Stimmung aus, besonders deutlich bei den Winterbildern, wo kühle Blautöne dominieren. Bei den Sommerbildern hingegen ist viel Grün zu sehen.

"Václav Cerny liebt die Natur", erklärt sein langjähriger Freund Josef Müller aus Freisen. "Er hat einen ganz anderen Blick für die Dinge und bemerkt Details, die manch anderem entgehen."

Der 1953 geborene Cerny, der auch im Saarland längst kein Unbekannter mehr ist, stammt aus Teplice in Böhmen und studierte an der Akademie der Hohen Künste in Prag. Seit 1985 hat er an vielen Ausstellungen in Prag, aber auch im Ausland teilgenommen. Ausgebildet zur Zeit des Sozialismus, der nur den vorgegebenen "sozialistischen Realismus" zuließ, hat Cerny längst seinen eigenen Stil gefunden. Doch aus dieser Zeit verfügt er über ein breites künstlerisches Basiswissen, das neben der Malerei auch Mosaiken oder Plastiken beinhaltet. Cernys Metier jedoch ist die Malerei, hier insbesondere die abstrakte Malerei.

Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhanges lernten sich der Künstler und Josef Müller bei einer Hochzeit kennen. Daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft, die bis heute anhält. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus waren Künstler erst einmal arbeitslos. 1992 brachte Müller Cerny nach Freisen, dort wohnte er vier Wochen lang bei der Familie Müller und malte Bilder der Region. Daraus ergab sich die erste Ausstellung in Freisen. In den darauffolgenden Jahren folgten mehrere Ausstellungen im Landkreis St. Wendel sowie Ausstellungen und Kunstkurse in der Bosener Mühle, um nur einige zu nennen. Wie vielseitig der Künstler ist, konnte Cerny erst vor wenigen Wochen beweisen. Auf Initiative Josef Müllers, der auch kommunalpolitisch tätig ist, hat er innerhalb eines Tages im Eingangsbereich der Freisener Krippe Sonnenschein in Ölfarbe ein leuchtend buntes Bild gemalt, um die noch leeren Wände etwas aufzumuntern. Sogar in der Alten Feuerwache hat er sich mit einem Graffiti verewigt.

Cernys Gemälde sind montags bis freitags zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Eingangsbereich zu besichtigen und können auch käuflich erworben werden. Die Ausstellung wurde noch bis zum 31. Januar verlängert.

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