Stiftung Kulturbesitz kündigt Ex-Vorstand Melcher erneut fristlos

Stiftung Kulturbesitz kündigt Ex-Vorstand Melcher erneut fristlos

Saarbrücken. Das Kuratorium der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK) hat auf seiner gestrigen Sitzung eine erneute Kündigung des früheren Vorstandes Ralph Melcher gebilligt. Wie die Stiftung mitteilte, erfolgte die Kündigung nach anwaltlicher Beratung bereits in der vorigen Woche fristlos

Saarbrücken. Das Kuratorium der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK) hat auf seiner gestrigen Sitzung eine erneute Kündigung des früheren Vorstandes Ralph Melcher gebilligt. Wie die Stiftung mitteilte, erfolgte die Kündigung nach anwaltlicher Beratung bereits in der vorigen Woche fristlos. Nach SZ-Informationen wird Melcher vorgeworfen, falsche Angaben in einem Schriftsatz an das Gericht gemacht zu haben, in dem er die Abgeltung seine Urlaubs fordert. Es handelt sich bereits um die dritte fristlose Kündigung Melchers. Zuvor hatte Innenminister Stephan Toscani (CDU) als Kurator das Kuratorium der Stiftung über den neuen Sachstand informiert.Wie die Stiftung weiter mitteilte, wird das Amt für Bau und Liegenschaften, das im Geschäftsbereich des Finanzministeriums angesiedelt ist, künftig einen Mitarbeiter der Verwaltung der Stiftung zur Verfügung stellen, um dort bei der Rechnungsprüfung für das Bauprojekt Vierter Pavillon mitzuwirken. Auf diese Weise solle die Verwaltung der Stiftung "mit baufachlichem Sachverstand verstärkt" werden.

Ferner wurde auf der Sitzung mitgeteilt, dass das von der SSK mit dem Controlling des Bauprojekts beauftragte Ingenieurbüro WPW seinen Abschlussbericht voraussichtlich zwischen Ende Januar und Mitte Februar 2012 vorlegen wird. Der Skandal um die SSK wird ab Ende Januar das Landgericht beschäftigen. Ex-Vorstand Ralph Melcher muss sich dann wegen Untreue und Vorteilsnahme vor einer Strafkammer verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vorteilsnahme und Untreue in über 40 Fällen zum Nachteil der weitgehend vom Steuerzahler finanzierten Stiftung vor. In einer zweiten Anklage wird Melcher zudem vorgeworfen, er habe sich von dem Projektsteuerer Gerd Marx bestechen lassen. nof/mju

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