Stelldichein der Schnäppchenjäger

Stelldichein der Schnäppchenjäger

Dudweiler. Diejenigen, die hinten anstanden, mussten die Hälse recken, um mitzubekommen, was der städtische Auktionator Carsten Uhl am vergangenen Samstag so alles im Angebot hatte. Der Andrang bei der Fundsachenversteigerung im Bürgeramt war beträchtlich. Die wenigsten kamen nur, um mal zu schauen. Fast alle wollten was ersteigern, hofften auf ein Schnäppchen, suchten was ganz Bestimmtes

Dudweiler. Diejenigen, die hinten anstanden, mussten die Hälse recken, um mitzubekommen, was der städtische Auktionator Carsten Uhl am vergangenen Samstag so alles im Angebot hatte. Der Andrang bei der Fundsachenversteigerung im Bürgeramt war beträchtlich. Die wenigsten kamen nur, um mal zu schauen. Fast alle wollten was ersteigern, hofften auf ein Schnäppchen, suchten was ganz Bestimmtes.Eine ganze Armada an Fahrrädern, darunter Mountainbikes, Kinderräder, Chopper, wartete - ordentlich in Dreierreihen an die Wand gelehnt - auf den Aufruf. Manch ein Rad wirkte traurig und verlassen, vernachlässigt, man hätte Mitleid haben können. Andere wiederum strahlten und prahlten mit ihrer Modernität und Unversehrtheit; sie hat bestimmt niemand wegschmissen. Diese tollen Räder fanden sofort Abnehmer und erzielten auch die höchsten Preise, gleichwohl waren sie mit weniger als 50 Euro, mit denen sie ersteigert wurden, gewissermaßen spottbillig.

Daneben rief Uhl Kinderwagen auf ("die Kinder haben wir vorher rausgeholt"), Sporttaschen mit Schuhen und Shorts, "die fasse ich aber nicht an" und Handtaschen, deren Inhalt nicht verraten wurde. Oft hatte Carsten Uhl einen zuweilen doppeldeutigen Scherz parat, als er zum Beispiel Spielzeug feilbot mit dem Zusatz, "wer hat schon keine Kinder".

Auch Uhren und Schmuck fanden sich gleich schubladenweise. "Wer sich mit dem Geschmeide auskennt, kann mit etwas Fortune ein Schnäppchen machen", merkte der Leiter des Bürgeramtes, Franz Buchmann, an. Früher habe die Verwaltung eigens Experten engagiert, die den Wert verlorener Schmuckstücke taxieren sollten. Das habe sich jedoch nicht ausgezahlt, erinnert sich Buchmann. Der Stadtverwaltung gehe es ohnehin nicht um Profit bei den Versteigerungen, fügte er hinzu. "Uns geht es vielmehr darum, die Lager zu leeren", so Buchmann. Am Samstag wurden ferner noch eine Videokamera ohne Netzteil, Damenhandtaschen ("ich sage Euch nicht, was drin ist"), ein Faxgerät (fand keinen Interessenten) und ein Sprechfunkgerät aufgerufen. In Zwei-Euro-Schritten bewegten sich die Preise, das wurde mal so festgelegt.

Dieser Hund musste draußen bleiben.

Durchschnittlich werden Buchmanns Angaben zufolge zwischen 400 und 500 Euro bei den Versteigerungen eingespielt. Die am vorigen Samstag war mit einem Ergebnis von 550 Euro sehr erfolgreich. Wenn man allerdings den Personalaufwand mit dem Umsatz gegenrechnet, hat die Stadt eher draufgelegt. Neben Auktionator Uhl und seinen zwei Kollegen waren zwei Mitarbeiterinnen an der Kasse beschäftigt. Für Ingrid Paulus, die über viele Jahre maßgeblich für der Organisation der Auktionen verantwortlich war, war es die letzte Versteigerung in ihrem Berufsleben, sie geht in Rente.

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