Steht die Christuskirche vor dem Aus?

Steht die Christuskirche vor dem Aus?

Dudweiler. Ein neues Gutachten beziffert die Sanierungskosten für die Dudweiler Christuskirche auf 630 000 Euro. Pfarrer Manfred Culmann stellt mittlerweile infrage, ob alle drei evangelischen Kirchen im Stadtbezirk erhalten bleiben können, denn an allen Gotteshäusern müssten Schäden behoben werden

Dudweiler. Ein neues Gutachten beziffert die Sanierungskosten für die Dudweiler Christuskirche auf 630 000 Euro. Pfarrer Manfred Culmann stellt mittlerweile infrage, ob alle drei evangelischen Kirchen im Stadtbezirk erhalten bleiben können, denn an allen Gotteshäusern müssten Schäden behoben werden.Zur Vorgeschichte: 2009 wurde die evangelische Christuskirche Dudweiler, die 1880 bis 1882 nach Entwürfen des Universitäts-Baumeisters Carl Schäfer im neugotischen Stil erbaut wurde, geschlossen. Das Schieferdach ist undicht. Nässe und Schimmel haben den gescheckten Nagekäfer angelockt, im Volksmund auch Totenuhrkäfer genannt, der sich tief in den Dachstuhl der Kirche gefressen hat. "Der Käfer hat Gänge bis in den Kern der Holzbalken gefressen, daher lässt er sich nicht vergasen, und das Schieferdach löst sich auf", erklärte Pfarrer Culmann. Ebenso müsste die Kreuz-Kirche in Herrensohr neu gedeckt werden - 120 000 Euro würden dafür fällig. Und auch an der Heilig Geist-Kirche gebe es Schäden - weitere 50 000 Euro seien dort nötig. Somit summieren sich die Sanierungskosten aller drei evangelischen Kirchen auf 800 000 Euro. "Wie das zu stemmen ist, weiß ich nicht", gibt Culmann offen zu. Eine Gemeindekommission soll nun in den kommenden zwei Jahren entscheiden, wie es weiter geht, und ob alle Kirchen erhalten bleiben können. "Mein Wunsch ist es, die Christuskirche zu erhalten, jedoch müsste man sie im Innenraum verändern und ganzjährig nutzbar machen", meint der Seelsorger und fügt noch hinzu: "Ich sage nicht, so wird es sein".

Allein die Heizkosten für die letzte in der Christuskirche abgehaltene Weihnachtsfeier hätten rund 600 Euro betragen. In diesem Jahr möchte man etwa 10 000 Euro in das marode Gotteshaus investieren, um "für die nächsten zwei Jahre Luft zu gewinnen." Das Dach soll zumindest notdürftig abgedichtet werden, um einen erneuten Anstieg der Kosten durch weitere Schäden zu vermeiden. Wie es dann mit der evangelischen Kirchengemeinde weitergeht, wird in den kommenden zwei Jahren entschieden. "Man müsste die Kirche im Innenraum verändern und ganzjährig nutzbar machen."

Manfred Culmann

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