Staus nur vor den Kassen

Staus nur vor den Kassen

Saarbrücken. Bis zu 40 000 Besucher sind am verkaufsoffenen Sonntag in die Ladenpassagen der neuen Europa-Galerie geströmt. Das schätzt Serge Micarelli, der Centermanager der Galerie. Ein ähnliches Verkehrs-Chaos wie zuletzt beim verkaufsoffenen Sonntag vor einer Woche hat es allerdings nicht gegeben

Saarbrücken. Bis zu 40 000 Besucher sind am verkaufsoffenen Sonntag in die Ladenpassagen der neuen Europa-Galerie geströmt. Das schätzt Serge Micarelli, der Centermanager der Galerie. Ein ähnliches Verkehrs-Chaos wie zuletzt beim verkaufsoffenen Sonntag vor einer Woche hat es allerdings nicht gegeben. Darin sind sich die Beteiligten, wie Stadtpressesprecher Thomas Blug bestätigt, einig: "Dank der verschiedenen Maßnahmen des Centermanagements, der Polizei, der Parkhausbetreiber in der Innenstadt und den öffentlichen Verkehrsbetrieben lief alles reibungslos."

Eine halbe Stunde nachdem die Geschäfte ihre Türen geöffnet hatten, ist auf den Zufahrtsstraßen von Stau keine Spur. Autos sind aber jede Menge in der Stadt: Das Parkhaus der Galerie ist stark ausgelastet, wer auf den Straßen im Umkreis der Europa-Galerie in St. Johann oder Alt-Saarbrücken einen kostenfreien Parkplatz sucht, braucht Glück.

Oder er muss bereit sein, einen Spaziergang von etwa 15 Minuten auf sich zu nehmen. So wie Alfred Krätzer: "Bei dem warmen Sonnenwetter ist ein solcher Fußmarsch allerdings eine wahre Wonne."

Das zeigt sich auch in der Bahnhofstraße und am St. Johanner Markt, wo sich am Schlusssonntag des Oktobers mehr Menschen als gewöhnlich aufhalten. Viele besuchen auch die Lokale, sitzen im Freien und genießen einen Kaffee, ein Eis oder ein Bierchen. Unter ihnen war auch Stadtpressesprecher Thomas Blug, der kommentiert: "So wirkt sich der verkaufsoffene Sonntag der Europa-Galerie positiv auf die gesamte Innenstadt aus."

Auch in der Galerie selbst ist einiges los. In der Passage geht es an vielen Stellen nur noch im Gänsemarsch voran, wer sich zwischen den Regalen genauer über ein Produkt informieren möchte, riskiert, den einen oder anderen sanften Schubser einzustecken. Und anders als auf den Straßen gibt es in der Galerie einige Staus - und zwar vor den Kassen.

In einem Elektronikgeschäft können aufmerksame Kunden noch ausweichen, indem sie von der einzigen Kasse im Obergeschoss an eine der sechs Kassen im Erdgeschoss ausweichen. Wo es allerdings nur eine Kasse im ganzen Geschäft gibt, ist Geduld gefragt. "Ich bin sowieso nur gekommen, um mir die Galerie einmal anzuschauen, zum Einkaufen komme ich an einem ruhigeren Tag wieder", sagt zum Beispiel Elfriede Klein gelassen.

Centermanager Micarelli freut sich über die gute Resonanz beim verkaufsoffenen Sonntag: "Ich habe das Gefühl, ganz Saarbrücken ist da." Und er freut sich über den entspannten Verlauf im Umfeld: "Sicher liegt es daran, dass an diesem Wochenende weitere verkaufsoffene Sonntage, etwa im Saarbasar stattfinden, dass das Verkehrschaos ausgeblieben ist." Aber auch die gute Abstimmung mit weiteren Beteiligten habe ein Wesentliches dazu beigetragen.

Weil auch die Parkhäuser in der Umgebung geöffnet seien, würde der Parkraum in der City wesentlich besser ausgenutzt. Einen kleinen Stau gibt's dann aber doch noch: In der Trierer Straße, direkt neben den Mauern der alten Bergwerksdirektion. Zwei Taxifahrer halten dort minutenlang nebeneinander und unterhalten sich in Seelenruhe. Vermutlich über ein Parkproblem, das eine Polizeistreife wenige Meter weiter beschäftigt. "Ich habe das Gefühl, ganz Saarbrücken

ist da."

Serge Micarelli, Centermanager

Meinung

Notplan ist noch kein Konzept

Von SZ-Redakteur

Martin Rolshausen

Respekt! Was Centermanagement, Polizei und Stadtverwaltung geleistet haben, um am Sonntag ein erneutes Verkehrs-Chaos zu verhindern, ist beeindruckend. Und es täte der Innenstadt gut, wenn sich auch künftig viele Kunden entschließen würden, das Auto am Stadtrand stehen zu lassen und den Rest des Weges mit Saarbahn und Bus zurückzulegen. In der Innenstadt gibt es nämlich nicht nur Geschäfte - da leben auch Menschen, denen zu viel Lärm und Dreck nicht gut tut, und denen zugeparkte Straßen nicht zugemutet werden sollten. Deshalb sollte die Stadtverwaltung nach dem Schulterklopfen nicht so tun, als wäre das Problem damit erledigt. Saarbrücken braucht eine neue Verkehrsplanung. Krisenmanagement ist noch kein Konzept.

In der Stadt kam man gut durch, trotzdem brummte das Geschäft in der Galerie.
Christian Jung von Siemens und der Polizist Herbert Hohlweck schalteten die Ampeln an der Westspange von Hand.

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