Statt Rauch schlagen Flammen empor

Statt Rauch schlagen Flammen empor

St. Wendel. Teils meterhohe Flammen schießen aus dem Schornstein. Funken fliegen übers Dach hinweg: Wind treibt sie weiter zu den Nachbarhäusern. Eine brennend heiße Gefahr für das gesamte Viertel. Jedes Jahr in der kalten Jahreszeit kommt es vermehrt zu solchen Fällen, sagt Dirk Schäfer vom Feuerwehrverband des Landkreises St. Wendel

Gefährliche Situation: ein Kaminbrand. Flammen schlagen heraus. Hier kann nur noch die Feuerwehr helfen.
Blick von oben in den glutroten Kaminschacht: Hier brennt die dicke Rußschicht, die sich an der Innenseite gebildet hat. Fotos: Feuerwehr (3)/dpa.
Glanzruß (links) ist bei hohen Temperaturen, wie sie bei Dauerheizperioden im Winter möglich sind, ebenfalls entflammbar.

St. Wendel. Teils meterhohe Flammen schießen aus dem Schornstein. Funken fliegen übers Dach hinweg: Wind treibt sie weiter zu den Nachbarhäusern. Eine brennend heiße Gefahr für das gesamte Viertel. Jedes Jahr in der kalten Jahreszeit kommt es vermehrt zu solchen Fällen, sagt Dirk Schäfer vom Feuerwehrverband des Landkreises St. Wendel. Der Experte erklärt, wie sich solch ein Unglück anbahnen kann: Rußpartikel setzten sich an den Kaminwänden fest und bildeten eine immer dicker werdende Schicht. Dieser Glanzruß könne sich dann entzünden. Besonders gefährlich: Verbrennt der Ruß, dehne er sich gewaltig aus, ergänzt Bezirksschornsteinfegermeister Thomas Hinsberger. Bis zum Neunfachen nehme das Volumen zu und verursache einen enormen Druck auf den Kamin. Auf bis zu 1400 Grad stiegen dabei die Temperaturen im Innern. Bloß kein WasserSchutz vor solchen Zwischenfällen biete völlig trockenes Brennholz, das dazu auch noch trocken gelagert werde. Zudem sollte die Heizungsanlage - egal womit befeuert - und der Schornstein mindestens ein Mal im Jahr inspiziert und gereinigt werden, fordern Feuerwehr und Schornsteinfeger gleichsam. Hinsberger: "Um einen Kaminbrand zu verhindern, besteht die gesetzliche Kehrpflicht." Denn dabei würden rechtzeitig eventuelle Mängel entdeckt. Kommt es trotzdem zum Brand, warnt Dirk Schäfer eindringlich davor, mit Wasser zu löschen. Denn die Hitze im Kamin sei in diesen Fällen dermaßen extrem hoch, dass dieser faktisch explodieren würde. Der Feuerwehrmann: "Diese Brände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden. Ein Liter Wasser ergibt 1700 Liter Wasserdampf. Der Kamin würde zerbersten und völlig zerstört werden, der Brand vermutlich auf das Haus übergreifen." Hier helfe nur noch ein Feuerwehreinsatz. Brennt ausschließlich das Kamininnere, sollten Betroffene leicht entflammbare Gegenstände wie Bilder von dessen Außenwand abhängen und nahe stehende Möbel beiseite räumen - in allen Etagen, auch unterm Dach. Denn bei einem Brand werde die Außenseite des Kamins so heiß, dass sich im Umfeld Dinge entzünden könnten. Zusätzlich sollte ein Feuerlöscher bereitstehen, ohne aber beim Einsatz auf den Kamin zu zielen. Wenn noch möglich, müsste Brennmaterial aus dem Ofen raus, um das Feuer nicht weiter anzufachen.