1. Saarland

Stalltiere mit Beschützerinstinkt

Stalltiere mit Beschützerinstinkt

Das Theater Metronom öffnete am vergangenen Dienstag im Homburger Kulturzentrum Saalbau den Vorhang für das Weihnachtsstück „Ox und Esel“, eine Art Krippenspiel mit lediglich zwei Darstellern. Die jungen Zuschauer im Saal waren begeistert.

Mit der Weihnachtsgeschichte um "Ox und Esel" begeisterte das Theater Metronom die Kinder am vergangenen Dienstag im Homburg Kulturzentrum Saalbau. Als eine Art Krippenspiel erzählten die beiden Darsteller Karin Schroeder und Andreas Goehrt das Stück vom "Ox und Esel" auf rührende, komische, ein wenig absurde Art und Weise und mit ganz viel Menschlichkeit.

Zwei arme Schlucker, der eine Ox, der andere Esel, finden in ihrer einfachen Behausung ein kleines Bündel Mensch. Es liegt in einem Korb, welcher über dem auf dem Ofen stehenden Kochtopf schwebt. Das ist ja wohl die Höhe! Wo kommt das Baby her? Wo sind denn die Eltern? Von ihnen keine Spur. Und wo kommt der kleine Erdenbürger denn überhaupt so plötzlich her?

Fragen über Fragen, welche Ox (Andreas Goehrt) und Esel (Karin Schroeder) nicht beantworten können. "Vielleicht ist das kleine Jesuskind?" Beide wissen nicht, wohin mit dem Kind. Esel muss Milch besorgen und lässt Ox mit dem kleinen Bündel allein.

Das kleine Gör nervt mit seinem Geplärre, doch es hat auch Ausstrahlung. Dass es draußen offensichtlich auch noch von weit gereisten Männern gesucht wird, macht die Situation für Ox und Esel nicht gerade leichter. Ein Soldat wird kurzerhand in die Flucht geschlagen und die beiden liebenswürdigen Geschöpfe übernehmen aus Sorge um das Baby die Verantwortung.

Dass Vater und Mutter einfach nicht aufzufinden sind, beschäftigt Ox und Esel. Sie kümmern sich um das Kind, bis die wahren Eltern, Maria und Josef, zurückkommen.

Die Rollen der beiden Gründer des Theaters Metronom "aus dem hohen Norden", so Karin Schroeder, in dieser rührenden Weihnachtsgeschichte sind nicht einfach zu fassen. Herr Ox hat seinen mit dickem Pelz gefütterten Mantel von innen nach außen gekehrt, sodass er wie ein dichtes Fell wirkt. Und Herr Esel?

Karin Schroeder trägt eine graue Hose mit hohem Bund und Trägern und hat sich eine große graue Strickmütze aufgesetzt. Ihre Sprache klingt manchmal ganz schön merkwürdig: Bei Ox klingt ein einfaches "Ja" wie ein "Jauuuhhhh", bei Esel wie ein lang gezogenes "Jiiiaaaaaah". Trotzdem sind sie Menschen und haben auch ganz menschliche Probleme. Das Stück lässt alle Möglichkeiten offen.

Die kleinen Zuschauer aus Homburger Kindergärten und Grundschulen können einfach eine spannende Geschichte miterleben, wie ein kleines Baby beschützt wird. Die etwas größeren Grundschulkinder sahen sich vielleicht in den Stall versetzt und erlebten in Ox und Esel den in jeder Krippe anzutreffenden Ochsen und den Esel.

Den Kindern hat das Stück gefallen. "Am Besten war es, wie der Korb von der Decke herab auf den Ofen fiel", meinte der kleine Leon. "Wieso hat sich das Baby nicht verbrannt?", meinte Emelie.