Stahlarbeiter aus dem Saarland marschieren aus Protest nach Brüssel

Kostenpflichtiger Inhalt: Protestaktion : Stahlarbeiter aus dem Saarland wollen nach Brüssel marschieren

Aufgrund des Stellenabbaus bei Dillinger Hütte und Saarstahl planen die MItarbeiter einen Protestmarsch nach Brüssel. Bis zu 1000 Teilnehmer werden erwartet.

Vor dem Hintergrund des geplanten massiven Stellenabbaus bei Dillinger und Saarstahl sowie der unsicheren Zukunft der gesamten Branche planen saarländische Stahlarbeiter zu Fuß nach Brüssel zu marschieren. Unter dem Motto „Walk of Steel“ soll die rund 350 Kilometer lange Strecke in zehn Tagen zurückgelegt werden. Dies bestätigte der Betriebsratsvorsitzende von Saarstahl, Stephan Ahr, der „Saarbrücker Zeitung“. „Auf der Strecke, in den Übernachtungsorten und in Brüssel sind Aktionen und Veranstaltungen geplant“, so Ahr. Er rechne mit bis zu 1000 Teilnehmern. Ein genauer Starttermin stände noch nicht fest, da man den Amtsantritt der deutschen Kommissionschefin Ursula von der Leyen abwarten wolle. Die Vorbereitungen liefen aber bereits auf Hochtouren.

Beschäftigte und Gewerkschafter wollen in Brüssel gegen Lohndumping, für fairen Wettbewerb und staatliche Hilfen bei Investitionen kämpfen, die eine klimaneutrale Produktion ermöglichen. Die Stahlbranche in Deutschland und Europa steht unterem enormem Wettbewerbsdruck, insbesondere durch Billigimporte aus Ländern mit Lohndumping und niedrigen Umweltauflagen. Gleichzeitig leidet die Stahlindustrie unter einer Konjunkturflaute. Auch hohe Energiekosten machen ihr zu schaffen.

Im Saarland hatte die Stahl-Holding-Saar (SHS) angekündigt, insbesondere bei Dillinger Hütte und Saarstahl 1500 Stellen abzubauen. Weitere 1000 Arbeitsplätze sollen ausgelagert werden. Kurz nach dieser Ankündigung war es zu zahlreichen Protesten von Betroffenen und Unterstützern in mehreren saarländischen Städten gekommen. Das Saarland ist besonders stark vom Strukturwandel betroffen, der auch die Autoindustrie und deren Zulieferer betrifft.

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