Stadtrat lehnt Bauvorhaben in Brotdorf ab

Stadtrat lehnt Bauvorhaben in Brotdorf ab

Merzig. Ein Grundstückseigentümer hatte geplant, auf dem Areal in Brotdorf fünf Wohnhäuser zu errichten (wir berichteten)

Merzig. Ein Grundstückseigentümer hatte geplant, auf dem Areal in Brotdorf fünf Wohnhäuser zu errichten (wir berichteten). Nach Durchführung von zwei Ortsbesichtigungen seitens der Verwaltung habe man aufgrund des angrenzenden Standortübungsplatzes der Bundeswehr festgelegt, die Wehrbereichsverwaltung West, Außendienststelle Wiesbaden, als zuständigen Träger der öffentlichen Belange der Bundeswehr anzuhören, hieß es in der Sachdarstellung der Stadt. In ihrer Stellungnahme habe die Behörde hinsichtlich der heranrückenden Wohnbebauung und den damit verbundenen erheblichen Lärmbelästigungen, ausgehend vom Standortübungsplatz, gravierende Bedenken geäußert. "Dieser immissionsrechtliche Konflikt ist im Rahmen der bauleitplanerischen Abwägung nicht zu bewältigen", erklärte Oberbürgermeister Alfons Lauer. Vielmehr bestehe seitens der Bundeswehr ein Abwehranspruch gegenüber der geplanten Wohnanlage.

Ortsrat für das Projekt

Auch SPD-Sprecher Dieter Ernst bedauerte die Ablehnung: "Unsere Fraktion wird dem Vorschlag der Verwaltung folgen müssen." Für ihn sei es mehr als betrüblich, denn, so Ernst, "ich hätte dem Antragsteller gerne geholfen, zumal der Ortsrat Brotdorf sich für das Projekt entschieden hatte". Dem pflichtete Manfred Kost (CDU) bei: "Bereits in der Brotdorfer Ortsratssitzung wurde klar, dass wir den Antragsteller in seinem Vorhaben unterstützen wollten." Nach Lage der Dinge sei es allerdings nicht möglich, in dieser Angelegenheit zugunsten des Antragstellers zu entscheiden. "Wir würden das Projekt gerne unterstützen, aber die Rechtslage ist mehr als eindeutig", sagte Kost.Aus rechtlichen Erwägungen sei die Durchführung des Verfahrens leider nicht möglich, beteuerte auch der Oberbürgermeister. Dennoch sei zum Ausdruck gekommen, dass man bei späterer Veränderung der Sachlage einem erneuten Antrag gegenüber offen sei. Lauer: "Wir beschließen hier nichts für die Ewigkeit." owa

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