1. Saarland

"Stadtmitte am Fluss" in Acryl

"Stadtmitte am Fluss" in Acryl

Saarbrücken. Wie wirkt unsere Stadt auf einen bildenden Künstler von außerhalb? Das wollte die Landeshauptstadt Saarbrücken wissen und gab im Hinblick auf das Großstadt-Jubiläum 2009 bei der Malerin Manette Fusenig einen Bilderzyklus mit dem Thema "Stadtbild Saarbrücken" in Auftrag

Saarbrücken. Wie wirkt unsere Stadt auf einen bildenden Künstler von außerhalb? Das wollte die Landeshauptstadt Saarbrücken wissen und gab im Hinblick auf das Großstadt-Jubiläum 2009 bei der Malerin Manette Fusenig einen Bilderzyklus mit dem Thema "Stadtbild Saarbrücken" in Auftrag. Die 1949 in Luxemburg geborene Fusenig lebt in Biel/ Schweiz und ist eine von fünf Kulturschaffenden, die am Projekt "artmix 3" beteiligt sind, einem Künstleraustausch, der im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2007 initiiert wurde und am 10. April mit einer Vernissage in Luxemburg zu Ende geht. Seit einem Studienaufenthalt 2006 im schweizerischen Malcantone verschmilzt Fusenig ihre Eindrücke auf Landkarten der jeweiligen Orte zu einer ganz eigenen regionaltypischen Topografie. Ihre 2007 in Paris entstandenen "Stadtkartenbilder" gefielen den Saarbrücker Stadtoberen so gut, wie Kulturdezernent Erik Schrader auf der gestrigen Pressekonferenz berichtete, dass Fusenig nun auf Einladung des Kulturamts drei Wochen in unserer Landeshauptstadt verbrachte. Und sich im Rathaus ein Atelier einrichtete, wo sie die Skizzen, die sie bei Fahrradtouren durch die drei Stadtteile Alt-Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach anfertigte, und die Panoramen, die sie von einzelnen Aussichtspunkten gewann, zu drei Bildern ausarbeitete: Lebendige, detailliert illustrativ gehaltene Silhouetten eines Stadtbilds, bei denen jeweils die gleiche Stadtkarte aus dem Stadtarchiv aus dem Jahr 1903 als Hintergrund fungiert. Und die Saar im Vordergrund steht, so dass zumindest in Acryl die Idee der "Stadtmitte am Fluss" bereits verwirklicht ist. Die Herausforderung ihrer Methode, so Fusenig, liege darin, mit und zugleich gegen die Karte zu arbeiten. Städtebaulich gesehen sei Saarbrücken reichlich verschachtelt, so dass es schwieriger gewesen sei als in Paris, die unterschiedliche Charakteristik der einzelnen Stadtteile in je einem Bild zusammen zu fügen. Sie habe sich auf Einzelheiten eingelassen und viel manipuliert: "Wimmelbilder" nennt Fusenig ihre Saarbrücker Impressionen. Bei denen ein leiser Selbstzweifel kitzelt: "Ich bin mir nicht sicher, ob die Bilder nicht etwas kitschig geworden sind." 2009 soll das "Tryptichon" im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten präsentiert werden, dann dürfen die Saarbrücker sich selbst ein Urteil bilden.