St. Wendels Kanäle sind verstopft

St. Wendels Kanäle sind verstopft

Seit längerer Zeit verstopfen Putzlappen, Windeln und Monatsbinden die Abwasserkanäle der Stadt St. Wendel. Mittels einer Kanaluntersuchung will das städtische Abwasserwerk künftig den Verursachern auf die Schliche kommen.

Putzlappen und Windeln verstopfen seit geraumer Zeit die Abwasserkanäle der Stadt St. Wendel. Da die Entsorgung Zeit und Geld kostet, will das Abwasserwerk fortan den Verursachern mithilfe einer Kanaluntersuchung auf die Schliche kommen.

Das Abwasser der Stadtteile Niederkirchen, Saal und Marth wird über einen zwei Kilometer langen Kanal in die Kläranlage nach Saal transportiert und dort gereinigt. Es muss dabei mehrere Pumpwerke passieren. In der Vergangenheit wurden in den Kanälen zuhauf Hygieneartikel gefunden, die zu erheblichen Funktionsstörungen in den Pumpwerken geführt haben. Lothar Schmitt, Werkleiter des Abwasserwerkes, berichtet, dass sich die Vorfälle in letzter Zeit gehäuft hätten. Vor allem in Saal und Werschweiler. Er gehe davon aus, dass Windeln und Binden, die die Pumpen in Werschweiler verstopft haben, aus dem Altenheim stammen.

Schmitt erklärt, dass faserige Störenfriede wie Putzlappen aber auch Wegwerfwindeln, Ohrenstäbchen oder Artikel der Monatshygiene sich verklumpen und die Pumpen, die ein relativ enges Spaltmaß besitzen, zum Stehen bringen.

Die Mitarbeiter des Abwasserwerkes seien für den reibungslosen Ablauf in den Kanälen verantwortlich und müssten dementsprechend die Dinge, die unerlaubt in den Kanal geworfen wurden, beseitigen. "Das ist sehr zeit- und kostenintensiv", so Schmitt.

Das Abwasserwerk der Stadt St. Wendel weist nun darauf hin, dass es, nach Paragraf 5 der Satzung der Kreisstadt St. Wendel, nicht erlaubt sei Stoffe, die den Abwasserkanal verstopfen könnten, über die Toilette zu beseitigen. Für die ordnungsgemäße Nutzung der öffentlichen Abwasseranlage haben Grundstückseigentümer und Benutzer zu sorgen.

Sollten auch weiterhin unzulässige Stoffe in der Kanalisation aufgefunden werden, will das Abwasserwerk eine Kanalinspektion durchführen. Mit einer Kamera, die durch den Kanal geführt wird, kann herausgefunden werden, welche Haushalte für die Verstopfungen verantwortlich sind. Die Kosten müssen dann vom Verursacher getragen werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung