St. Wendelin verbindet Völker

St. Wendelin verbindet Völker

Am Sonntag kamen 68 Pilger aus dem Ort Zuberec in der Slowakei nach St. Wendel und feierten in der Basilika die heilige Messe mit. Die dortige Pfarrei besitzt eine Kirche, die dem heiligen Wendelin geweiht ist. 2007 wurde ihnen eine Reliquie des Stadtpatrons geschenkt.

St. Wendel. Einen zweisprachigen Gottesdienst hat es in der Wendelinus-Basilika lange nicht gegeben. Am vierten Ostersonntag konnten ihn die Gläubigen in der Abendmesse erleben und mitfeiern. Der Grund: 68 Pilger aus dem Ort Zuberec in der Slowakei waren von Trier aus, wo sie die Ausstellung des Heiligen Rockes besucht hatten, mit Pfarrer Ludwig Stegl aus dem Bistum Magdeburg nach St. Wendel gekommen. Begrüßt wurde die Gruppe, die vor dem Gottesdienst in einer Prozession um den Schrein des heiligen Wendelin ging, von Pfarrer Klaus Leist. Ein Dolmetscher übersetzte seine Ansprache Wort für Wort in das Slowakische.Pfarrer Stegl erzählte, dass die Pfarrgemeinde Zuberec am 12. Oktober 1869 in einer Urkunde festlegte, "St. Wendelin zum Fürsprecher, Fürbitter und Patron ihrer Herden" erwählt zu haben. Gleichzeitig wurde gelobt, dass der Gedenktag des Heiligen Jahr für Jahr im Oktober gefeiert wird. "Das ist bis heute so geblieben", sagte der Geistliche und ging in seiner Predigt auf das Leben des Heiligen ein: "Wendelin hat gesagt: Gott ist heilig. Mich hat er heil gemacht. Das verbindet uns bis heute mit ihm." Mehrere Texte der Liturgie wurden in Deutsch und Slowakisch vorgetragen und gebetet. Der Organist der Zuberecer spielte drei Lieder aus deren Gesangbuch, die die Pilger freudig mitsangen. Nach dem Gottesdienst gab es ein Treffen im Cusanushaus. Am Nachmittag waren die Katholiken aus der Slowakei zusammen mit Pastor Leist und Vertretern des Pfarrgemeinderates zur Wendelskapelle gegangen.

Seit dem Jahre 2007 bestehen die Kontakte zu der Pfarrei Zuberec. Innerhalb der Wallfahrtswoche im Oktober hatte ihnen Pastor Anton Franziskus eine Reliquie des heiligen Wendelin geschenkt. Damals waren die Pilger vom Trierer Bischof zur Heilig-Rock-Ausstellung 2012 nach Trier eingeladen worden.

In dem 1800-Seelen-Dorf Zuberec wurde 1932 eine neue Kirche gebaut, die St. Wendelin geweiht ist. Auf dem Altar steht seit 1952 eine vergoldete Statue ihres Patrons. Die größte 700 Kilogramm schwere Glocke des Gotteshauses ist Wendelin geweiht. Der St. Wendeler Pfarrer Klaus Leist hat die Einladung zum Gegenbesuch in Zuberec angenommen. gtr

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