1. Saarland

St. Wendelin hat in Beuren ein klares Plus

St. Wendelin hat in Beuren ein klares Plus

Beuren/St. Wendel. Pfarrei und Pfarrkirche in Beuren tragen den Namen St. Paulin. Da kommt der Besucher von auswärts ins Grübeln, denn in der Darstellung hat Wendelin ein klares Plus. "Wendelin ist neben Paulin unser zweiter Schutzpatron", definiert Pastor Ingo Flach seine Sicht

Beuren/St. Wendel. Pfarrei und Pfarrkirche in Beuren tragen den Namen St. Paulin. Da kommt der Besucher von auswärts ins Grübeln, denn in der Darstellung hat Wendelin ein klares Plus. "Wendelin ist neben Paulin unser zweiter Schutzpatron", definiert Pastor Ingo Flach seine Sicht. Ortsvorsteher Manfred Köhl erzählt: "Im Spätsommer haben wir Paulin-Kirmes und im Herbst Wendelin-Kirmes." Die beiden Schutzpatrone sind in Beuren allerdings keine Konkurrenten. Jeder wird für andere Alltagssorgen angerufen. Es gibt auch hier zwei Schreibweisen für Wendelins Namen: Wendelin und Wendalin. Wendelin sei auf der Ebene zwischen Hochwald und Hunsrück deshalb so populär, weil Beuren über Jahrhunderte ein echtes Bauerndorf gewesen sei, sagen die Einheimischen. Die Landwirtschaft in dem knapp 1000 Einwohner zählenden Ort ist inzwischen jedoch bis auf wenige Betriebe geschrumpft. Nicht geschrumpft ist dagegen die Verehrung von Wendelin. Es gibt von hier aus noch Wallfahrten nach St. Wendel, allerdings nicht mehr in so starker Beteiligung wie früher. Nachdem die alte Kirche 1835 abgerissen worden war, konnte schon ihre Nachfolgerin schon 1837 konsekriert werden. Wer dabei zuerst zum Schutzpatron bestimmt worden war, ist in den alten Schriften nicht klar erkennbar. Einmal wird Wendelin an die Spitze gestellt, dann wieder Paulin. Bekannt ist ein Zitat von Pfarrer Junck bei der Visitation 1832: "Um 1668 scheinen Maria, Sebastian und Wendelin die Patrone gewesen zu sein." An anderer Stelle heißt es: "In der Verehrung des Volkes steht St. Wendelin an erster Stelle." Wann dessen Reliquien nach Beuren gekommen sind, ist nicht mehr festzustellen. Vermutlich um 1668. wb

HINTERGRUNDDer 1958 eingeweihte Wendelinus-Brunnen in Beuren stammt von dem Trierer Bildhauer Anton Nagel. Der Trog war früher eine Viehtränke, und das Wasser kam aus einer Quelle. Die Wendelinfigur im Brunnen war der Pfarrei von dem vorherigen Pastor Fortuin geschenkt worden. Anfang der 80er Jahre fertigte der Bildhauer Hahn einen größeren Trog. Dessen Fassade ist mit schönen Motiven aus dem Hochwälder Landleben und aus dem Hirtendasein des Hl. Wendelin geziert. Dass die Witterung in den vielen Jahren an dem Monument genagt hat, ist normal. wb