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Zwei neue Kreisbrandmeister wurden in St. Wendel benannt

Zwei Kreisbrandmeister vereidigt : Trio an der Spitze der Feuerwehren im Landkreis St. Wendel

Seit Beginn des Jahres gibt es zwei neue Kreisbrandmeister. Sie unterstützen Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer und sind dessen Stellvertreter.

Drei sind einer zu viel? Das gilt nicht in diesem Fall. Zwar war es im Landkreis St. Wendel lange Zeit üblich, dass der Brandinspekteur lediglich einen Stellvertreter an seiner Seite hatte. Sie somit als Zweier-Gespann agierten. Seit 2015  ließ das Gesetz dann zu, zwei Stellvertreter zu wählen. Und mit Beginn des neuen Jahres gibt es nun auch im St. Wendeler Land ein Trio an der Spitze der Feuerwehren. Brandinspekteur Dirk Schäfer bildet mit den Kreisbrandmeistern Heiko Schäfer und Frank Feid ein Team.

Die Konstellation ist zwar neu, die Personen jedoch einander vertraut. Das ist auch beim SZ-Gespräch spürbar. Bis zum Frühjahr hatte Ingo Michel noch das Amt des Kreisbrandmeisters inne. „Aus persönlichen Gründen hat er den Posten aufgegeben“, erklärt Dirk Schäfer. Der Feuerwehr bleibe Michel aber als stellvertretender Löschbezirksführer in Alsweiler erhalten. Gut ein halbes Jahr blieb Michels Amt nun unbesetzt. Zum einen, weil Corona in den Fokus gerückt war, zum anderen, weil, wie Schäfer sagt, kein Druck zum Handeln bestand.

Zum Ende des Jahres 2020 schlug er dann Heiko Schäfer und Frank Feid für die Posten vor. „Sie sind seit Jahren Wehrführer in ihren Kommunen und somit bewährte Führungskräfte. Außerdem sind sie mit allen handelnden Personen vertraut“, begründet der Kreisbrandinspekteur seine Wahl. Nach der Anhörung der Wehrführer im Landkreis und des Kreisfeuerwehrverbandes konnte Landrat Udo Recktenwald (CDU) die Kandidaten schließlich zum 1. Januar 2021 vereidigen. „Die beiden sind jetzt Ehrenbeamte für die Dauer von acht Jahren“, erläutert Dirk Schäfer.

Ob Kreisbrandinspekteur oder Kreisbrandmeister – jeder der drei hat sich Schwerpunkt-Themen gesetzt. Während es bei Dirk Schäfer die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Einsätze sowie die interkommunale Zusammenarbeit sind, beschäftigt sich Heiko Schäfer mit den Themen Ausbildung und Jugendfeuerwehr. Kollege Frank Feid übernimmt als Spezialgebiete das Datenverarbeitungsprogramm „MP Feuer“ und alles rund um den Funk.

Der 45-jährige Heiko Schäfer – kürzlich zum Hauptbrandmeister befördert – ist seit 1994 in der Feuerwehr. Beim Theleyer Löschbezirk hat er alle Ausbildungen durchlaufen und schließlich das Amt des stellvertretenden Löschbezirksführers übernommen. Nach drei Jahren, 2015, gab er dieses auf, um stellvertretender Wehrführer der Gemeinde Tholey an der Seite von Karl-Heinz Loch zu werden. Als letzterer 2018 altersbedingt den Wehrführer-Posten aufgeben musste, übernahm Schäfer. In dieser Funktion bleibt er der Feuerwehr seiner Heimatgemeinde auch erhalten. Von Beruf ist er Bundeswehr-Offizier, aktuell am Standort Idar-Oberstein. „In der Regel bin ich eine Woche pro Monat in Berlin“, berichtet Schäfer. Coronabedingt fallen diese Dienstreisen zwar aktuell weg. Aber eigentlich gehören die Aufenthalte in Deutschlands Hauptstadt nun Mal zu seinem Berufsalltag. „Deshalb habe ich schon überlegt, ob ich das alles hinkriege“, gesteht Schäfer. Schon beim Posten als Wehrführer hatte er zunächst gezögert. „Inzwischen weiß ich: Es lässt sich gut vereinbaren“, sagt Heiko Schäfer. Und Lust auf das Amt des Kreisbrandmeisters habe er ohnehin sofort gehabt. Seine Schwerpunkte Ausbildung und Jugendfeuerwehr passen auch deshalb gut, weil die entsprechenden Fachbereichsleiter aus seiner Gemeinde kommen. Ein wichtiges Ziel für die Zukunft sei es, die Jugendlichen schon früh an die Feuerwehr zu binden. Da seien die Bambini-Gruppen ein guter Weg.

Auch Frank Feid hatte sich Bedenkzeit erbeten, ehe er das neue Ehrenamt übernahm. Übrigens war dies nicht die einzige Veränderung, die der Jahreswechsel für den 57-Jährigen mit sich brachte. Denn nach 23 Jahren bei der Gemeinde Nonnweiler wechselte er beruflich zum Landkreis St. Wendel. Dort ist er jetzt im Amt für Katastrophenschutz und Gebäudedienstleistungen tätig. Mit dem Jahr 2020 endete für ihn auch die Zeit als Wehrführer der Gemeinde Nonnweiler – und das nach 22 Jahren. „Ich habe den Schritt gemacht, weil ich jetzt beruflich in St. Wendel bin“, begründet Feid. Der Hauptbrandmeister gehört der Feuerwehr bereits seit 1978 an.

Mit der einheitlichen Verwaltungssoftware für die Feuerwehr soll die Arbeit der Einsatzkräfte erleichtert werden. „Löschbezirksführer mussten Statistiken von Hand erstellen“, beschreibt Feid. Mithilfe des Computer-Programms werde vieles vereinfacht. Einsatzberichte, Gerätwartung, Personal sind einige der Punkte, die in der Software erfasst werden. „Es soll am Ende mehr Zeit für Feuerwehrarbeit bleiben“, benennt Feid ein Ziel der Software, die im kompletten Landkreis verwendet wird. „Generell“, so ergänzt Brandinspekteur Schäfer, „zielt die komplette interkommunale Zusammenarbeit darauf ab, das Ehrenamt zu entlasten.“ So sollen beispielsweise Themenschwerpunkte bei den Feuerwehren im Landkreis gesetzt werden. Der erste dieser Schwerpunkte liegt in der Gemeinde Nonnweiler. „Hier wird zentral alles rund um den Funk und die Funkgeräte behandelt. Sei es die Programmierung oder die Reparatur“, erläutert Feid.

Die Tatsache, dass es nun zwei Kreisbrandmeister mit Schwerpunktthemen gibt, bringt laut Schäfer beispielsweise auch den Vorteil, dass gewisse Abläufe so vereinfacht werden können. So sitzen in den Fachgruppen nun Führungskräfte mit Entscheidungsgewalt mit am Tisch. Die taktische Ausrichtung und die interkommunale Zusammenarbeit nennt Schäfer als zwei wichtige Themen für die Feuerwehren im St. Wendeler Land. „Wir sind schon jetzt gut vernetzt, haben Arbeitskreise für alle Bereiche“, wertet der Kreisbrandinspekteur. Auch die Wehrführer sind eingebunden. Es sei wichtig, den Weg gemeinsam zu gehen.