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Zwei Chefärzte leiten die Innere des Marienkrankenhauses St. Wendel

Marienkrankenhaus St. Wendel : Mit der Doppelspitze Kompetenzen bündeln

Zwei Chefärzte aus dem Kreis Neunkirchen leiten Innere Abteilung in St. Wendel. Enger Zusammenarbeit der Verbundkliniken.

Zwischen 3800 und 4000 Patienten versorgt die innere Abteilung des Marienkrankenhauses St. Wendel im Jahr. Damit ist die Innere eine große der acht Fachabteilungen der Klinik. Seit Anfang dieses Jahres führt eine Doppelspitze die Innere, nachdem Chefarzt Dr. Ernst-Willi Theobald in den Ruhestand gegangen ist. Für die innere Abteilung zuständig sind jetzt Dr. Patrick Müller-Best und Dr. Vincent Zimmer. Sie leiten die Abteilung im Kollegialsystem gemeinsam, sie sind im Wechsel jeweils zweieinhalb Tage in St. Wendel. „Es ist immer einer von uns beiden vor Ort“, unterstreicht Zimmer. In einem Pressegespräch haben die beiden neuen Chefärzte der Klinik und die Krankenhausleitung ihre Arbeit und Schwerpunkte vorgestellt.

Patrick Müller-Best stammt aus Homburg, hat in Homburg und in Manchester Medizin studiert. Seine Schwerpunkte sind die invasive Kardiologie und die Angiologie. Er ist also Experte für Erkrankungen des Herzens, der Arterien, Venen und Lymphgefäße. Seit 2010 arbeitet er in der Marienhausklinik Ottweiler, seit 2013 ist er dort Chefarzt für Innere Medizin. Ottweiler verfügt über ein Herzkatheterlabor, das nun auch verstärkt für Patienten aus St. Wendel genutzt werden soll: „Beide Schwesternkrankenhäuser können hier enger zusammenarbeiten, die Wege sind kürzer, die Versorgung besser“, so Müller-Best.

Auch Vincent Zimmer hat in Homburg Medizin studiert, leitete dort später die gastroenterologische Ambulanz sowie die Spezialambulanz für chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Zimmer ist Spezialist in der Gastroenterologie sowie Endokrinologie und Diabetologie. Darunter sind Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und Gallenwege zu verstehen. Magen- und Darmspiegelungen sind wichtige Untersuchungsmethoden. Seit 2016 ist Zimmer Chefarzt der Inneren Abteilung der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof in Neunkirchen.

Beide Chefärzte werden in St. Wendel und an ihren bisherigen Standorten weiter arbeiten.

Die Innere Abteilung des Marienkrankenhauses verfügt laut Klinik über 72 Betten und sieben Betten auf der interdisziplinären Intensivstation. Hier werde die gesamte Breite der inneren Krankheiten behandelt, Schwerpunkte aber in der Kardiologie und Gastroenterologie gebildet. Wobei gerade bei den Herzkatheter-Untersuchungen, dem Einsetzen von Schrittmachern St. Wendel eng mit Ottweiler zusammenarbeiten wird. „So können wir hausübergreifende Strukturen und Kompetenzen bündeln“, sagt Rainer Kropp, kaufmännischer Leiter des Verbundes Saar-Ost und somit auch des Marienkrankenhauses St. Wendel. Den Verbund der drei Kliniken in St. Wendel, Ottweiler und Kohlhof der Marienhaus Kliniken GmbH gibt es laut Kropp schon seit 2008. St. Wendel ist dabei unter den drei Kliniken die Größte.

Rainer Kropp nennt einige Zahlen: 11 000 Patienten werden im Marienkrankenhaus St. Wendel im Jahr stationär behandelt, weitere 30 000 ambulant. Das Krankenhaus mit seinen acht Fachabteilungen verfügt über 298 Betten, beschäftigt 700 Mitarbeiter, davon etwa 500 in Vollzeit. Die Klinik macht einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro.

Deutlich erhöht hat das Marienkrankenhaus in den vergangenen drei Jahren die Bettenzahl von 248 auf 298. Und das im Bestand, ohne dass angebaut werden musste. 2019 kam die Klinik für Neurologie mit 20 Betten hinzu, die in diesem Jahr auf 30 Betten erweitert wurde. Hier werden Menschen mit neurologischen Erkrankungen behandelt, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Mitte vergangenen Jahres wurde die sogenannte Weaning-Einheit in Betrieb genommen, die der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin zugeordnet ist. Hier geht es um die Behandlung und Entwöhnung von langzeitbeatmeten Patienten. Damit sei eine Lücke geschlossen worden.

 In acht Fachabteilungen mit 298 Betten werden im St. Wendeler Marienkrankenhaus etwa 11 000 Patienten im Jahr stationär behandelt.
In acht Fachabteilungen mit 298 Betten werden im St. Wendeler Marienkrankenhaus etwa 11 000 Patienten im Jahr stationär behandelt. Foto: Sarah Konrad

In der Planung ist laut Kropp der Ausbau des Intensivbereiches. Der sei mittlerweile zu klein. Die Kosten schätzt er auf etwa fünf Millionen Euro.