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Zum Abschluss flossen Tränen

Zum Abschluss flossen Tränen

Baumholder/Oberkirchen. Selten gab es so viel Pech bei einer Tour der Ohio Wesleyan University in Deutschland wie dieses Mal. Pannen, für die weder die Studenten noch die Organisatoren etwas konnten. Eine Bus-Panne auf der Autobahn bei Würzburg, ein verletzter Spieler, der im Krankenhaus in Haltern behandelt werden musste

Wie bei einer Pressekonferenz: in der Arena auf Schalke.
Johannes Bachmann und Hans-Josef Keller überreichen ein Plakat in Oberkirchen.

Baumholder/Oberkirchen. Selten gab es so viel Pech bei einer Tour der Ohio Wesleyan University in Deutschland wie dieses Mal. Pannen, für die weder die Studenten noch die Organisatoren etwas konnten. Eine Bus-Panne auf der Autobahn bei Würzburg, ein verletzter Spieler, der im Krankenhaus in Haltern behandelt werden musste. Und ganz zu Beginn mit Eintracht Trier II ein Gegner, der nicht zum vereinbarten Spiel in Gimbweiler erschienen ist. Trotzdem sagt Jay Martin, der Trainer der US-Fußballmannschaft, die 13 Tage lang von Baumholder aus die Region bereiste, bei der Abschlussfeier mit Studenten, Gastfamilien, Vereinsvertretern und Offiziellen im Jugendzentrum Baumholder: "Diese Tour war eine der besten, die wir je hatten." Gerade die Gegner, gegen die die Studenten kickten, seien eine gute Wahl von Tour-Organisator Bernd Mai gewesen. Vor allem mit den Schalke-Amateuren konnten sich die US-Studenten sehr gut messen. Nach guten Spielen gegen die U-19-Teams des FK Pirmasens in Berglangenbach und des 1. FC Saarbrücken in Oberkirchen kamen die jungen amerikanischen Studenten mit breiter Brust zu den Königsblauen. Allerdings wussten sie auch von den Qualitäten des Teams von Michael Boris: "Wir können uns nicht mit Schalke gleichstellen, aber wollen sie etwas kitzeln", sagte Martin vor dem Spiel. Und das machten sie auch. Beide Mannschaften lieferten ein gutes, schnelles Spiel ab. Es hätte durchaus unentschieden ausgehen können. Aber Schalke siegte 2:1. "Das war ein schönes Spiel, meine Jungs sind sehr zufrieden und waren begeistert, wie sie von den Schalkern, die sich lange mit ihnen unterhalten haben, aufgenommen wurden", erzählte Martin. Begeistert waren die College-Jungs auch von ihrem Programm neben dem Platz. Sie besichtigten die Veltins-Arena und besuchten die Fan-Kneipe am Stadion. Neben Curry-Wurst und Pommes gab es für sie auch interessante Gespräche mit Rolf Rojek, dem Vorsitzenden des Fan-Club-Verbandes. Er lieferte lustige Geschichten über das Leben eines echten Schalke-Fans. Im HofbräuhausVertiefen konnten die Studenten das Gehörte dann noch bei einem Besuch der Katakomben der Ultras. Dort waren sie sehr überrascht, wie intensiv sich die Fans auf ihren großen Auftritt im Stadion vorbereiten, vor allem vor dem Derby gegen Dortmund. Auf der Heimfahrt sah man dann jede Menge amerikanischer Schalke-Fans. Denn die jungen Kicker hatten sich mit blau-weißen Trikots, Fahnen und Schals eingedeckt. Auch im Fan-Shop in Kaiserslautern, wo sie ein Training der Roten Teufel besuchten, deckten sich die Amerikaner mit Fanartikeln ein. Weitere Ausflugsziele waren unter anderem Trier, Heidelberg, Köln, Herzogenaurach und Saarbrücken. Die beiden Trainer besuchten außerdem den Mittelaltermarkt in St. Wendel und das Pokalspiel Elversberg gegen Hannover. Die Studenten - das zeigten die Kritik-Zettel, die sie am Sonntagabend ausfüllten - bedauerten vor allem, dass sie in München nicht mehr Zeit hatten. Aber wegen der Fahrt nach Gelsenkirchen war nicht mehr drin. Immerhin bekamen sie Schloss Neuschwanstein, das Supercup-Spiel Schalke gegen Bayern München in Augsburg, die Gedenkstätte KZ Dachau und das Hofbräuhaus zu sehen. Als beste Erfahrung in Deutschland gaben die meisten an, dass sie sich in ihren Gastfamilien, die unter anderem auch aus Namborn kamen, sehr wohl gefühlt hätten. Das beruhte auf Gegenseitigkeit. Denn auch die Gastfamilien waren begeistert. "Wir hatten leider viel zu wenig Zeit mit unserem Studenten, die Zeit ging so schnell vorbei", sagt beispielsweise Christel Pallasch aus Baumholder. Trotzdem sei ihr ihr Gast so sehr ans Herz gewachsen, dass sie das nächste Mal wieder mitmachen will. Wie ihr erging es auch anderen Familienmitgliedern. Das sah man ganz deutlich beim Abschied am Montag: Da flossen jede Menge Tränen. him