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Zukunftsstrategie zum Thema Wohnen der CDU-Stadtratsfraktion St. Wendel

Konzeptpapier der CDU-Stadtratsfraktion : Damit mehr Familien St. Wendeler sein können

Die Nachfrage nach Wohnraum übersteigt das Angebot in der Kreisstadt. Dementsprechend sind die Preise vergleichsweise hoch.

Von Jahr zu Jahr wird Wohnen teurer. Mit dieser Erkenntnis leitet die St. Wendeler CDU-Stadtratsfraktion ein Positionspapier zum Thema ein. Tituliert ist das Konzept als „Zukunftsstrategie für mehr guten und bezahlbaren Wohnraum“. Denn derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass die eingangs beschriebene Entwicklung anhalte, heißt es. Eine Entwicklung, die insbesondere junge Menschen und junge Familien vor große Herausforderungen stelle.

„Neben den allgemeinen Lebenshaltungskosten und den hohen Mieten, sind es vor allem die hohen Grundstücks- und Immobilienpreise, die für junge Familien eine große finanzielle Herausforderung darstellen.“ Davon weiß man in St. Wendel ein Lied zu singen. Mit dem Konzept soll erreicht werden, „dass vor allem junge Familien wieder die Möglichkeit bekommen, ihren Lebensmittelpunkt in St. Wendel aufzubauen“. Die Stadtratsfraktion hat hierbei – neben Bestandsimmobilien und Baulücken – auch die Erschließung von Neubaugebieten im Fokus, um den Bedarf an Bauland zu decken.

Der Fraktionsvorsitzende Peter Schunath und sein Stellvertreter Sebastian Schorr betonen unisono: „Neben den Menschen, die bereits in St. Wendel leben und auch bauen wollen, sollen auch diejenigen, die nach St. Wendel ziehen möchten, ebenfalls in den Genuss unserer Heimat kommen können.“ Denn die Kreisstadt weise aufgrund ihres vielfältigen Angebotes und ihrer Infrastruktur eine sehr hohe Attraktivität auf. Schunath: „St. Wendel vereint mehrere Vorteile in sich. (. . .) Es ist eben genau dieser Mix aus moderner Infrastruktur in einer schönen ländlichen Kulisse, der die Stadt so reizvoll macht.“ Aktuell mit der Folge, dass die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt. Dementsprechend sind die Preise für Mietwohnungen, Bestandsgebäude oder private Grundstücke verhältnismäßig hoch.

Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Klär (CDU) sollen nun Ideen verfolgt und weiterentwickelt werden:  Zunächst sollen Eigentümer unbebauter Baugrundstücke Post bekommen. Denn in St. Wendel gibt es nach Angaben der Partei mehr als 400 private Baulücken in bestehenden Wohngebieten – Grundstücke, die sofort bebaut werden könnten. „Diese werden aber nicht selten als Kapitalanlage vorgehalten oder kategorisch nicht verkauft, obwohl beispielsweise keine familieninterne Nutzung angedacht ist“, halten die Christdemokraten fest. Mit den Schreiben an die Eigentümer soll die grundsätzliche Bereitschaft zu einem Verkauf abgeklopft oder für eine eigene Bebauung der Grundstücke geworben werden. Auch eine Vermittlung an Interessenten durch die Stadtverwaltung sei möglich.

Damit zusammenhängend weist die CDU in einem weiteren Punkt darauf hin, dass es einige Fördermöglichkeiten beim Ankauf und/oder dem Sanieren von Bestandsimmobilien gibt. Sebastian Schorr: „Es gibt viele unterschiedliche Förderprogramme. Informationen hierzu sind leider nicht immer allen bekannt oder direkt zu finden. Daher bitten wir die Stadtverwaltung, auf deren Internetpräsenz auf die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten aufmerksam zu machen.“

Vereinzelt stehen in den Ortskernen Gebäude leer, die aufgrund ihrer baulichen Substanz nicht mehr genutzt und auch nicht weitervermittelt werden können. Hier soll ein Ankauf und Abriss durch die Stadt geprüft werden. Dazu sollen Fördermöglichkeiten des Landes eingesetzt werden.

Die Ausweisung von Neubaugebieten ist für die Christdemokraten im St. Wendeler Stadtrat ebenfalls von Bedeutung. Neben dem bereits erschlossenen Neubaugebiet Laubersthal in Bliesen, sind das Wohngebiet Abendstall in St. Wendel, das ökologische Baugebiet Mühleacht in Winterbach sowie das Baugebiet in Hoof in Vorbereitung. Zum Großteil sehen die Bebauungspläne hierbei Einfamilienhäuser vor. Im Baugebiet Abendstall sind aber auch Mehrfamilienhäuser geplant. Diese sollen zwingend zu bezahlbaren Preisen veräußert werden. Die in etwa 50 Bauplätze sind aus Sicht der CDU-Fraktion jedoch nur ein erster Schritt. „Daher planen wir, die Wohnbebauung am alten Sportplatz in Alsfassen zu ermöglichen und darüber hinaus auch die Erschließung eines ökologischen Baugebietes Am Lanzenberg.“ Hierzu hat der CDU-dominierte Stadtrat während seiner jüngsten Sitzung einen entsprechenden Entschluss gefasst, um erste Schritte einleiten zu können. Ebenso könnten bei einer Verlagerung der Nikolaus-Obertreis-Schule am bisherigen Standort Bauplätze im innerstädtischen Bereich entstehen.

Die CDU hofft, dass die Stadt durch diese Maßnahmen in einem weiteren Schritt mehr als 100 Baugrundstücke zur Verfügung stellen kann. „Sollte sich bei den Prüfungen ein größerer Bedarf herausstellen, kann selbstverständlich über einen noch weitergehenden Ausbau nachgedacht werden“, heißt es. Bezahlbarer Wohnraum könnte dabei aus zeitlichen Aspekten mithilfe von Dritten erschlossen und vermarktet werden. Wichtig zudem: Mit dem Erwerb eines Grundstücks soll verpflichtend einhergehen, dass innerhalb von spätestens drei Jahren ein Rohbau steht.

Und nicht zuletzt möchte die CDU prüfen, ob es Sinn macht, im Jahr 2025 die Grundsteuer C einzuführen Zur Erklärung: Der Bund hat Kommunen die Möglichkeit gegeben, ab 2025 nicht bebautes Gebiet, sprich Baulücken, zu besteuern. Schorr: „Unser Ziel ist es nicht, private Baulücken zu besteuern. Dennoch sollten wir die Einführung der Grundsteuer C prüfen und in Abhängigkeit der zukünftigen Wohnraumsituation im Jahr 2025 genau abwägen.“

Der Schulhof der St. Wendeler Nikolaus-Obertreis Grundschule mit dem Gebäude-Ensemble aus den 60er-Jahren. Wenn die Schule ihren Standort wechseln würde, was derzeit ebenfalls diskutiert wird, könnten dort Baugrundstücke und somit Wohnraum entstehen. Mitten in der Stadt. Foto: Thorsten Grim

Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Peter Schunath erklärt abschließend: „Unser Ziel ist es, dass St. Wendel weiterhin attraktiv bleibt und wir insbesondere vielen neuen Familien ihr Eigenheim in St. Wendel ermöglichen können. Ich freue mich sehr, die vorgelegten Überlegungen mit allen Beteiligten zu diskutieren und weiterzuentwickeln.“ Diese Einladung hat die SPD angenommen und reagiert (>siehe Text unten).