Zuerst wollte der Pfarrer Lehrer am Gymnasium werden

Zuerst wollte der Pfarrer Lehrer am Gymnasium werden

St. Wendel. Eigentlich ist mit 70 Schluss als Pastor bei der katholischen Kirche. Aber nicht für den St. Wendeler Pfarrer Anton Franziskus (Foto: dia-saar.de/SZ). Er will nächstes Jahr "auf alle Fälle" noch für die Pfarrei St. Wendelin da sein

St. Wendel. Eigentlich ist mit 70 Schluss als Pastor bei der katholischen Kirche. Aber nicht für den St. Wendeler Pfarrer Anton Franziskus (Foto: dia-saar.de/SZ). Er will nächstes Jahr "auf alle Fälle" noch für die Pfarrei St. Wendelin da sein. Grund für den Geistlichen, seinen Ruhestand hinauszuzögern: "Kommendes Jahr steht die 650-Jahr-Feier der Basilika an." Das will sich Franziskus, der heute runden Geburtstag feiert, nicht entgehen lassen. Doch damit nicht genug: Auch die Zusammenarbeit der vier bisher selbstständigen Pfarreien in der neuen Kircheneinheit will er mitgestalten. Der Weg dahin erweist sich bisweilen als steinig, da von der Strukturreform des Trierer Bistums betroffene Gemeindemitglieder den Verlust ihres Einflusses auf die Entwicklung befürchten. Doch Franziskus ist optimistisch: "Als ich 1999 nach St. Wendel kam, gab es getrennte Messdiener-Freizeiten für St. Wendel und Urweiler. Das ist heute nicht mehr so. Damals gab es ausschließlich getrennte Sitzungen der beiden Pfarrgemeinden. Dann kamen gemeinsame Ausschüsse. Und als erstes hatte ich einen gemeinsamen Pfarrbrief aufgelegt, was es auch nicht gab." Wie schnell sich das bei den neuen Pfarreinheiten ergibt, weiß Franziskus nicht. "Aber 2011 wird ganz selbstverständlich Veränderungen mit sich bringen, wenn die Neuordnung greift", ist sich Franziskus sich. Dann auch noch mit ihm? Darauf zuckt er mit den Schultern.Trotz der schwierigen Aufgaben wirkt Franziskus keineswegs angespannt. Das mag unter anderem an seinem Hobby liegen: Einmal im Jahr pilgert er zehn Tage mit Freunden in Frankreich auf dem Jakobsweg. Geboren ist Franziskus übrigens während der Evakuierung an der Mosel nahe Mayen. Später wuchs er in Perl-Wochern auf, studierte in Mainz, Trier und München, zuerst Germanistik und Geschichte für Gymnasiallehrer, später Theologie. Nach Stationen in Wadgassen, Saarlouis-Roden, Wallerfangen und Sulzbach kam er nach St. Wendel. Hätte er sich auch einen anderen Job vorstellen können? "Ja, als Lehrer. Da bin ich auch sechs Mal während meiner Zeit als Pfarrer drauf angesprochen worden. Aber mit dem Blick darauf, was ich erreicht habe für meine Gemeinden, bin ich mit meinem Weg sehr zufrieden."