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Zahlen zur Corona-Pandemie im Landkreis St. Wendel

Kostenpflichtiger Inhalt: Situation im Landkreis St. Wendel : Zahlen zur Corona-Pandemie in der Region

Täglich veröffentlichen Behörden neue Daten zu Infizierten. Hier ein Blick auf die Entwicklung im Landkreis St. Wendel seit 11. März.

Zahlen – in Zeiten des Coronavirus spielen sie für die Menschen eine ganz besondere Rolle. Wie viele gemeldete Fälle gibt es? In welcher Region leben die meisten Infizierten? Wie viele Menschen sterben an Covid-19? Täglich veröffentlichen Behörden und Institute die aktuellen Werte. Auch im Landkreis St. Wendel erfassen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sämtliche Daten im Zusammenhang mit der Pandemie. Ein Überblick:

Landkreise im Saarland Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte vor rund zwei Wochen verkündet, dass er bis Ende März mit mehr als 10 000 Corona-Infizierten im Saarland rechne. Zum Glück ist diese Prognose des Landesvaters nicht annähernd eingetroffen. Am Donnerstag, 2. April, meldete das saarländische Gesundheitsministerium insgesamt 1252 Fälle. Prozentual gesehen leben die meisten Covid-Patienten im Regionalverband Saarbrücken. Von allen positiv Getesteten wohnen dort 41 Prozent. Den niedrigsten Anteil hat Merzig-Wadern mit sechs Prozent. Der Landkreis St. Wendel verzeichnet den zweitniedrigsten Anteil. Er stellt acht Prozent der Corona-Kranken im Land. (Stand: 2. April, 18 Uhr)

Entwicklung in der Region Die ersten Corona-Fälle im Landkreis St. Wendel sind am Mittwoch, 11. März, bekannt geworden. Acht Mitglieder einer Reisegruppe, die im österreichischen St. Anton unterwegs war, wurden damals positiv auf das Virus getestet. Seitdem kommen beinahe täglich neue Fälle hinzu. Allerdings lässt sich anhand dieser Fallzahlen nur schwer ablesen, ob es gelingt, das Virus einzudämmen. Um zu untersuchen, mit welcher Geschwindigkeit sich die Pandemie ausbreitet, ist ein anderer Kennwert nützlich: die Verdopplungszeit. Sie gibt an, wie lange es dauert, bis sich die Zahl der Infizierten verzweifacht. Je höher die Verdopplungszeit ist, desto langsamer breitet sich das Virus aus. Hier ein Beispiel aus dem Landkreis St. Wendel. Nach dem ersten Bekanntwerden am 11. März (acht Fälle) brauchte es fünf Tage, bis sich die Zahl auf 16 verdoppelt hatte. 50 Infizierte vermeldete das Gesundheitsamt am 22. März. Zwölf Tage später wurde die Hunderter-Schwelle überschritten. „Es ist ein kontinuierlicher, aber flacher und damit vom Gesundheitssystem zu bewältigender Anstieg“, bewertet Landrat Udo Recktenwald (CDU) die Fall-Kurve in der Region. (Stand: 3. April, 11 Uhr)

Foto: SZ/Müller, Astrid

Kommunen im Überblick Insgesamt 87 169 Menschen leben aktuell im Landkreis St. Wendel. Davon haben sich bislang 110 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Die wenigstens Fälle gibt es in der Gemeinde Nonnweiler. Dort sind zwei von insgesamt 8475 Bürgern erkrankt. In Tholey wurden sechs Infektionen gemeldet (12 225 Einwohner), in Nohfelden sieben (9883), in Marpingen acht (10 283), in Freisen zehn (7930), in Namborn 13 (7055) und in Oberthal 14 (6047). In St. Wendel sind von 25 899 Einwohnern insgesamt 50 an dem Coronavirus erkrankt. Im Kommunen-Vergleich gibt es dort also die meisten Fälle, allerdings nur absolut gesehen. Prozentual auf die Einwohnerzahl umgerechnet, führt Oberthal die Tabelle deutlich an. St. Wendel reiht sich hingegen in der Mitte ein. (Stand: 3. April, 11 Uhr)

Altersgruppen Die meisten Corona-Kranken im St. Wendeler Land sind zwischen 35 und 59 Jahre alt. In dieser Gruppe sind 59 Personen mit dem Virus infiziert (33 Männer und 26 Frauen). Zwei Covid-Patienten in der Region sind jünger als 15 Jahre (ein Junge, ein Mädchen). Im Alter von 15 bis 34 Jahren sind 24 Menschen betroffen (elf Männer, 13 Frauen). Insgesamt 24 Fälle gibt es in der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen (zwölf Männer, zwölf Frauen). Lediglich ein Covid-Patient im Landkreis St. Wendel ist älter als 80 Jahre. (Stand: 3. April, 11 Uhr)

Anzahl der Tests Immer mehr Kritiker beschweren sich über die vermeldeten Werte. Sie sagen: Die Zunahme der Fallzahlen habe im Wesentlichen mit der Zunahme der Anzahl der Tests zu tun. Es ist jedoch schwierig, hier den exakten Wert zu ermitteln. Denn der Landkreis St. Wendel setzt beispielsweise ein eigenes mobiles Test-Team ein, gleichzeitig gibt es mehrere Abstrich-Stationen im Saarland und in Einzelfällen testen auch Hausärzte. Dem Gesundheitsamt liegen daher keine Daten über die Gesamtzahl der getesteten St. Wendeler Bürger vor. Die Behörde selbst habe inzwischen 434 Abstriche veranlasst (Stand: 3. April, 10 Uhr). In der Drive-In-Station auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik wurden 389 Personen getestet (Stand: 3. April, 16 Uhr).

Weitere Fakten Insgesamt waren bislang im Landkreis St. Wendel 458 Menschen in Quarantäne. 297 davon dürfen ihre Häuser inzwischen wieder verlassen. Das heißt: Aktuell befinden sich in der Region noch 161 Personen in Quarantäne (ohne Kliniken). Aktuelle Fallzahlen über stationäre Behandlungen und Intensiv-Patienten liegen dem St. Wendeler Gesundheitsamt nicht vor. Von den 110 Infizierten gelten inzwischen 35 Personen als genesen. Bislang hat es im St. Wendeler Land einen Todesfall im Zusammenhang mit der Corona-Krise gegeben. Bei dem Opfer handelt es sich um eine 76-Jährige aus der Gemeinde Marpingen. (Stand: 3. April)